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13.07.2024

16.08.2023

Grundlagen für eine effektive Minimierung von Trifluoracetat in Gewässern

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Trifluoracetat (TFA; CF3COO) ist ein sehr persistenter und sehr mobiler Stoff, der sich in bestimmten Umweltkompartimenten anreichern kann. Mit herkömmlichen Wasseraufbereitungsmethoden ist TFA nicht zu entfernen.

Daher stellt TFA eine Herausforderung für den Gewässerschutz im Allgemeinen und den Schutz von Trinkwasserressourcen im Speziellen dar. Einträge von TFA in Gewässer sollten daher möglichst vermieden werden.

Die Herkunft von TFA in der Umwelt ist seit langem ein kontrovers diskutiertes Thema, wobei Eisbohrkerne aus der Arktis und archivierte Biota-Proben aus Deutschland nahelegen, dass die überwiegende Menge an Trifluoracetat in der nicht-marinen Umwelt auf anthropogene Quellen zurückzuführen ist. Aufgrund der Vielzahl möglicher Quellen und Vorläufersubstanzen, zu denen häufig nur unzureichende Informationen vorliegen, ist es jedoch oft schwierig, TFA-Belastungen auf eine bestimmte Eintragsquelle zurückzuführen.

UBA-Forschungsprojekt zu Trifluoracetat erfolgreich beendet

In diesem Projekt wurden deutschlandweit TFA-Belastungen sowie deren Quellen räumlich und mengenmäßig analysiert, um so den Beitrag der verschiedenen, möglichen Eintragspfade abzuschätzen. Auf diese Weise wurde eine fachlich fundierte Basis für koordinierte, effektive und konsistente Minderungsmaßnahmen abgeleitet.

Im Projektverlauf bestätigte sich, dass zu diesem Thema noch viel Forschungs- bzw. Monitoringsbedarf besteht, wodurch teilweise Unsicherheiten bei den Projektergebnissen nicht ausgeräumt werden können. Aufgrund der ausgewerteten Daten kann jedoch davon ausgegangen werden, dass flächenhaft bedeutende Einträge vor allem durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und leichtflüchtigen TFA-Vorläufersubstanzen (z. B. Kältemittel) erfolgen, während auch Industriebetriebe teilweise lokal sehr hohe Belastungen verursachen.

Die Minimierungsstrategien umfassen:

  • Auftrag an Politik und Behörden, sich verstärkt für die Aufnahme von TFA und anderen sehr persistenten und sehr mobilen Substanzen in rechtliche Regelwerke, sowohl auf nationaler wie auch auf EU-Ebene, einzusetzen. Und zwar insbesondere dann, wenn diese Stoffe zudem noch toxische Effekte beim Menschen oder Umweltorganismen bereits bei niedrigen Konzentrationen hervorrufen
  • Stärkung bestehender Ansätze zur Minimierung von Belastungen durch Pflanzenschutzmittel, wie z. B. der Fundaufklärung mit Unterstützung der Hersteller
  • Weiterführung und Ausweitung der Monitoringprogramme auf Länderebene, um Ursachen und Trends zu erkennen und ggf. konkrete Maßnahmen einleiten und überprüfen zu können
Informationen zu TFA sowie ausgewählte Projektergebnisse wurden in Form einer interaktiven Karte sowie einer StoryMap für die interessierte Öffentlichkeit aufbereitet und online zur Verfügung gestellt.

» Vollst√§ndiger Abschlussbericht zum Download

» Zur interaktiven Karte

» Zur StoryMap

Quelle: IWW Analytik und Service GmbH