Analytik NEWS
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02.12.2022

18.08.2022

Wirkungsbezogene Analytik von Wasserproben entwickeln

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Die Bewertung von Oberflächen- und Trinkwasser basiert auf Einzelstoffen und deren Überwachung mittels instrumenteller Einzelstoffanalytik. Mischungseffekte sind auf dieser Grundlage allerdings nicht zu erfassen. Die wirkungsbezogene Analytik (WBA) ermöglicht es, Effekte entlang verschiedener Endpunkte sowohl von einzelnen Spurenstoffen als auch von unbekannten Gemischen zu bestimmen.

Sie bietet damit ein geeignetes Werkzeug für die ganzheitliche Betrachtung der Wasserqualität, ohne dafür die für einen bestimmten Effekt verantwortliche Substanz identifizieren zu müssen.

Die sogenannte effektdirigierte Analytik (EDA) kombiniert beide Ansätze, wodurch eine umfassendere Charakterisierung erreicht werden kann und zielgerichtet in biologisch aktiven Proben Effektverursacher aufgeklärt und identifiziert werden können.

Bedingt durch die zu geringe Sensitivität vieler WBA-Methoden ist eine vorherige Probenanreicherung im Roh und Trinkwasserbereich unabdinglich. Bestehende Methoden arbeiten allerdings nicht über den gesamten Polaritätsbereich diskriminierungsfrei, wodurch viele relevante Substanzen während der Anreicherung verloren gehen können.

Bestehende Anreicherungsverfahren sind meist nur auf die instrumentelle Analytik ausgerichtet und somit aufgrund spezieller Anforderungen der WBA-Methoden mit diesen nicht kompatibel (Blindwertproblematik). Methoden welche wiederrum an die WBA angepasst wurden, sind meist nur auf einen bestimmten Endpunkt ausgelegt und erfassen somit nur Stoffe in gewissen Polaritätsfenstern.

Das Ziel des IGF-Forschungsvorhabens Nr. 21954 DA-EDA (Gefördert durch Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages) ist die Entwicklung eines speziell an WBA-Methoden angepassten und für die EDA geeigneten Anreicherungsverfahrens, welches von der Breite der Labore routinemäßig durchgeführt werden kann. Dieses Verfahren muss ein breites Stoffspektrum möglichst diskriminierungsfrei anreichern und schafft somit eine Grundlage für eine ausreichend sensitive Bestimmung der toxischen Wirkung einer Gesamtprobe.

Damit steht nach erfolgreichem Projektverlauf ein Verfahren zur Verfügung, mit dem es möglich ist Wasserproben für eine ganze Biotestbatterie gleichzeitig anzureichern. Auf dieser Basis gelingt eine ganzheitliche effektbasierte Bewertung von Wasserproben, die sichere Aussage über den Zustand der Wasserqualität ermöglichen. Es trägt maßgeblich dazu bei, die Aussagekraft, Akzeptanz und Vergleichbarkeit wirkungsbezogener Untersuchungen von Wasserproben deutlich zu steigern und Kosten zu senken.

Über den Projektbegleitenden Ausschuss können Sie sich bei Interesse über die Projektfortschritte informieren und den Entwicklungsprozess aktiv mitgestalten.

Quelle: IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH


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