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17.10.2021

08.10.2021

Chemie-Nobelpreis für die Entwicklung der asymmetrischen organischen Katalyse

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gratuliert Professor Dr. Benjamin List zum Nobelpreis für Chemie 2021. Der Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim erhält die diesjährige Auszeichnung gemeinsam mit seinem britischen Kollegen David W. C. MacMillan für ihren jeweiligen Beitrag zur Entwicklung der asymmetrischen organischen Katalyse, die chemische Reaktionen beschleunigt. Das hilft bei der Herstellung von Arzneimitteln und macht viele Herstellungsprozesse umweltfreundlicher.

DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker sagte: "Die DFG gratuliert Benjamin List, der ein völlig neues Feld der Katalyse und Katalyseforschung begründet hat. Diese bahnbrechende Leistung konnten wir bereits 2016 mit dem Leibniz-Preis der DFG auszeichnen."

Auch der Leibniz-Preis für List galt der Entwicklung der asymmetrischen Organokatalyse. List entdeckte als junger Assistenzprofessor die Prolin-katalysierte intermolekulare Aldolreaktion. Sie war eine der Grundlagen für die Organokatalyse, mit der erstmals nicht Metallkatalysatoren, sondern Naturstoffe als Katalysatoren in der Herstellung von Chemieprodukten und anderen industriellen Schlüsseltechnologien eingesetzt werden konnten.

Benjamin List erkannte schon früh die große Bedeutung dieser Forschungsrichtung und brachte als Koordinator das DFG-Schwerpunktprogramm "Organokatalyse" auf den Weg. Organische Katalysatoren sind meist weniger toxisch als Standardmetallkatalysatoren und zudem leicht wiedergewinnbar, womit sie erheblich zu einer nachhaltigeren und ressourceneffizienteren Chemie beitragen.

Über die neuartigen Organokatalysatoren und organokatalytischen Reaktionen hinaus entdeckte und entwickelte List auch grundlegend neue Prinzipien für die asymmetrische Katalyse und die textilorganische Katalyse. Letztere könnten beispielsweise dabei helfen, Wasser dort aufzubereiten, wo Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten sind.

Benjamin List ist der zehnte Träger des seit 1985 verliehenen Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der DFG, der danach den Nobelpreis erhielt - nach Hartmut Michel (Chemie, 1988), Erwin Neher und Bert Sakmann (Medizin, 1991), Christiane Nüsslein-Volhard (Medizin, 1995), Theodor Hänsch (Physik, 2005), Gerhard Ertl (Chemie, 2007), Stefan Hell (Chemie, 2014), Reinhard Genzel (Physik, 2020) sowie Emmanuelle Charpentier (Chemie, 2020).

» Nähere Informationen zu Forschungsprojekten von Benjamin List

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)