04.12.2019

Mikroben machen abbauresistente Kunststoffchemikalien unschädlich



Forschende am Institut für Technische Mikrobiologie der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist es gemeinsam mit dem Zentrallabor Chemische Analytik gelungen, natürliche mikrobielle Gemeinschaften zu entdecken, die vermeintlich abbauresistente synthetische Chemikalien zersetzen können.

Vor allem in Kunststoffverpackungen von Nahrungsmitteln, Getränken und Kosmetika sind diese synthetischen Chemikalien zu finden. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, Methoden zu entwickeln, um umweltbelastende Problemstoffe, wie Mikroplastik langfristig abbauen zu können. Die Studie ist in der renommierten Fachzeitschrift "Nature Communications Biology" erschienen.

Als Modellsubstanz diente der synthetische Stoff Octocrylen, der unter anderem als UV-Filter in Sonnenschutzmitteln eingesetzt wird. Für die Untersuchung wurden Umweltproben aus verschiedenen Lebensräumen genutzt, um die geeigneten Mikroorganismen und mikrobiellen Gemeinschaften anzureichern. Die Proben stammen aus jeweils sehr kalten und sehr heißen Umgebungen, wie dem Arktischen Ozean und dem Mittelmeer in der Nähe von Vulcano Island in Italien sowie aus kunststoffhaltigen Deponien.

Mithilfe von klassischen mikrobiologischen und aktuellen bioinformatischen Methoden identifizierten die Forscher die geeigneten Mikroorganismen für den Abbau der synthetischen Chemikalie. Dabei hat sich gezeigt, dass mikrobielle Gemeinschaften aus natürlichen Umgebungen in der Lage sind, auf synthetischen Stoffen zu wachsen und sich von ihnen zu ernähren. Vor allem Vertreter der Mykobakterien, gewonnen aus Boden- und Sickerwasserproben einer Kunststoffdeponie, konnten den synthetischen UV-Filter Octocrylen unschädlich machen.

Durch diese Studien öffneten sich den Mikrobiologinnen und -biologen der TUHH neue Perspektiven einer biobasierten Kreislaufwirtschaft und Ansätze, die natürlichen Ressourcen der Erde zu schonen.

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Quelle: Technische Universität Hamburg-Harburg




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