31.05.2017

Neue NMR-Methode zur Analyse von Mineralölkohlenwasserstoffen in Kosmetika



Aktuell wurde am CVUA Karlsruhe eine Analysenmethode etabliert, mit der die sogenannten MOSH bzw. MOAH-Gehalte in kosmetischen Mitteln auf reiner Mineralölbasis (z.B. Vaseline oder Melkfett) sehr einfach und schnell nachgewiesen werden können. Die Methode basiert auf der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR-Spektroskopie, englisch "Nuclear Magnetic Resonance") und erlaubt die direkte Bestimmung der Mineralölgruppen ohne vorherige chromatographische Auftrennung.

Die Untersuchung von kosmetischen Mitteln wird als Zentralaufgabe für Baden-Württemberg am CVUA Karlsruhe durchgeführt. Ein aktuelles Thema ist in diesem Bereich die Bestimmung von Mineralölbestandteilen. Der mineralölbasierte Ausgangsstoff für die Herstellung von Kosmetika muss gemäß Kosmetikrecht frei von kanzerogenen Bestandteilen sein. Dies wird seitens der Mineralölindustrie in Form von aufwändigen Raffinationsprozessen (Destillations- und Hydrierungsschritte) garantiert. Trotzdem stehen die Produkte in den Schlagzeilen, weil die gesundheitliche Risikobewertung von kosmetischen Mitteln auf Basis von Mineralölen noch Fragen offen lässt. Um mehr Daten über die Reinheit dieser Bestandteile (u.a. Weißöle, Vaseline, mikrokristalline Wachse, Ozokerit, Ceresin, Paraffin) zu erhalten, sind Untersuchungen der sogenannten MOSH bzw. MOAH-Gehalte in kosmetischen Mitteln sehr wichtig. Als MOSH werden gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) bezeichnet, bei MOAH handelt es sich um aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). MOSH bzw. MOAH sind Sammelbezeichnungen für eine große Vielzahl unterschiedlicher Verbindungen, weshalb eine nähere Charakterisierung dieser Gruppen zur Risikobewertung kosmetischer Mittel unabdingbar ist. In der MOAH-Fraktion könnten bei unzureichenden Raffinationsprozessen auch toxische polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie das krebserregende Benzo(a)pyren enthalten sein.

Ziel ist es, eine repräsentative Datengrundlage für eine Risikobewertung zu schaffen. Hierzu wurde in einem ersten Schritt dazu die NMR-Methode entwickelt, validiert und publiziert. Mit dieser Methode werden im Rahmen eines des vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz geförderten Forschungsprojektes jetzt weitere Daten erhoben, um gemeinsam mit den Untersuchungsergebnissen aus ergänzenden analytischen Methoden die Sicherheit mineralölhaltiger kosmetischer Mittel beurteilen zu können.

» Originalpublikation

Quelle: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe