22.05.2025
Krautschau - auf Schatzsuche im Asphalt
Dem Datum zugrunde liegt der 22. Mai 1992, an dem der Text der Convention on Biological Diversity (CBD) von den UN offiziell angenommen wurde. Die Ziele der Konvention sind neben der Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile, die sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergeben.
Doch welche Bedeutung hat die Artenvielfalt für unser tägliches Leben? Artenvielfalt ist kein Selbstzweck. Ohne sie steht die weltweite Ernährungssicherheit auf dem Spiel. Vielfalt auf dem Acker sichert nicht nur die Erträge, sondern auch die Widerstandskraft gegen Schädlinge, Krankheiten und Klimaveränderungen.
Auch die Vielfalt der Insekten ist unverzichtbar für unsere Ernährung. Bienen, Schwebfliegen oder Käfer übernehmen 75 Prozent der Bestäubung von Nutzpflanzen weltweit. Ohne sie wären viele unserer Lebensmittel - von Obst bis zu Nüssen - nicht verfügbar.
Die biologische Vielfalt von Pflanzen und Insekten ist nachhaltig bedroht. Große Konzerne dominieren die Saatgut-Entwicklung und -Verteilung. Wir brauchen immer mehr Nutzflächen für Wohnraum, Straßen und Landwirtschaft. So bleibt kaum noch Platz für natürliche Lebensräume. Die verbliebenen Ökosysteme werden durch Schadstoffe aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft belastet. Täglich verschwinden Pflanzen- und Tierarten unwiederbringlich von unserem Planeten.
Das Projekt Krautschau, das jedes Jahr um den Internationalen Tag der biologischen Vielfalt herum stattfindet, will die Bewusstseinsbildung für den Erhalt der Artenvielfalt stärken und die Aufmerksamkeit auf die sogenannten Ritzenrebellen lenken, die sich standhaft gegen die Versiegelung des Bodens stemmen und dabei genauso vehement sind wie das bekannte Dorf in Gallien in der Zeit 50 v.Chr.
Löwenzahn, Mauerraute und Co., oft als Unkraut verpönt und bekämpft, ertragen Tritt- und Fahrbelastung in der Stadt, Hitze und Verschmutzung. Sie sind wertvolle Mikro-Ökosysteme für Stadt-Insekten und liefern Pollen und Nektar, wo es sonst nur Asphalt und Beton gibt. Aber auch für die menschlichen Stadtbewohner haben sie einen Mehrwert: Die grünen Fugen nehmen Oberflächenwasser besser auf und tragen zu Abkühlung der gepflasterten Flächen bei.
Mittlerweile bekommen diese "unbesiegbaren" Wildkräuter ihren Raum in den Innenstädten. Man sieht immer mehr Blühstreifen auf Verkehrsinseln oder am Straßenrand, in denen es summt und brummt. Ein kleiner Schritt Richtung mehr Biodiversität, aber ein wichtiger Anfang.
Haben wir eine größere Aufgabe, als die Schöpfung zu bewahren und damit die Nachwelt zu schützen? Ich kenne keine.
Richard von Weizsäcker (1920-2015)
» Internationaler Tag der biologischen Vielfalt
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» Mit Bioviversität gegen den Welthunger
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