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Das Online-Labormagazin
26.10.2020

14.05.2020

Ein (anderer) Blick auf 2020


W.C. Röntgen
W.C. Röntgen [CCO]
Das Jahr 2020 ist ein Jahr mit vielen Namen: Beethoven-Jahr, Röntgen-Jahr oder Jahr der Polymere. Wahrscheinlich wird es uns allen aber als das Jahr der COViD-19-Pandemie in Erinnerung bleiben. - Eigentlich schade, dass die anderen Jubiläen in der Öffentlichkeit kaum noch Beachtung finden.

Besonders Ludwig van Beethoven, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiern würde, leidet unter dem Ausbruch der Pandemie! Nicht nur deutschlandweit müssen (fast) alle Konzerttermine verschoben werden oder ausfallen. Vorträge, Ausstellungen und Stegreif-Konzerte werden in digitale Formate abgeändert oder ins nächste Jahr verlegt, um einem der bedeutendsten Komponisten Deutschlands wenigstens einen Teil der ihm zustehenden Ehren zukommen zu lassen.

Weniger stark betroffen, weil mit weniger öffentlichen Auftritten verbunden, ist Wilhelm Conrad Röntgen, dessen Entdeckung der mittlerweile nach ihm benannten X-Strahlen vor 125 Jahren gedacht wird. Aber auch von ihm und seiner bahnbrechenden Entdeckung hört man dieser Tage wenig bis gar nichts.

Dass der Chemiker Hermann Staudinger vor 100 Jahren in seiner Publikation "Über Polymerisation" erstmals Makromoleküle als Bausteine der Polymere beschrieb, geht wahrscheinlich schon aufgrund der speziellen Thematik am Großteil der Bevölkerung unbemerkt vorbei.

Ich finde, es ist an der Zeit, diese Ereignisse einmal hervorzuheben und in den Fokus zu rücken. Einen Anfang macht Analytik NEWS mit einem Themenspecial zum Röntgen-Jubiläum. Ein weiteres zur Entwicklung der Polymerchemie soll in diesem Jahr noch folgen.

Nun ja, auch wenn Beethoven sich gerne mit der Natur auseinandergesetzt hat, wie beispielsweise in seiner "Sturm-Sonate" oder der "Pastorale" wollen wir in diesem Fall auf ein Themenspecial verzichten und es fachkundigeren Menschen überlassen, den Wegbereiter der Musik von der Klassik zur Romantik gebührend zu ehren.

Ich finde es wichtig, dass man auch in der derzeitigen Situation - mit vielen Unbekannten, Ängsten und Unwägbarkeiten - Augen, Ohren und sein Denken offen hält. Dass man sich nicht in ein einziges Thema - die Pandemie und ihre Auswirkungen - verrennt oder sich gar in Verschwörungstheorien oder abstruse Entstehungsvermutungen verstricken lässt. Dass man zum einen nach vorne schaut, aber auch nach links und rechts. Das Leben wird nämlich weiter gehen und dann sollten wir nicht gedanklich bei Null anfangen müssen, weil wir vergessen haben global zu denken. Oder mit den Worten des Jubilars W.C. Röntgen gesagt:

Wir werden sehen, was wir sehen werden. Wir haben jetzt den Anfang; die Entwicklungen werden mit der Zeit folgen.
Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923)

Autor: Anke Fähnrich


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