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18.02.2026

27.01.2026

Diskrepanzen zwischen Abschätzungen und Messungen von Mikroplastik in der Atmosphäre


Die Atmosphäre ist ein wichtiges Transportmedium, das Mikroplastik selbst in die entlegensten Weltgegenden trägt. Dieses Mikroplastik kann eingeatmet werden und stellt ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier dar.

Es kann sich auch aus der Atmosphäre absetzen und Meere und Böden weltweit kontaminieren. Eine neue Studie des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien schätzt die Mikroplastikemissionen von landbasierten und ozeanischen Quellen in die Atmosphäre ab, basierend auf globalen Messdaten und Modellsimulationen.

Die Ergebnisse: An Land werden über 20-mal mehr Mikroplastikpartikel emittiert als vom Ozean. Die Studie wurde aktuell in Nature veröffentlicht. Mittlerweile ist klar dokumentiert, dass die Atmosphäre weltweit mit Mikroplastikpartikeln kontaminiert ist, die sich dann selbst in den entlegensten Weltgegenden wieder absetzen.

Das Mikroplastik stammt einerseits aus primären Quellen wie Reifenabrieb oder Textilfasern, andererseits aus Wiederaufwirbelung von bereits kontaminiertem Land oder dem Ozean. Allerdings war die Größenordnung dieser Emissionen und die Verteilung davon auf die Emissionsquellen bisher nicht bekannt. In bisherigen Arbeiten wurde oft der Ozean als Hauptquelle genannt.

Über die Studie: Systematischer Vergleich von Modellrechnungen und Messungen

In der aktuellen Studie haben Ioanna Evangelou, Silvia Bucci und Andreas Stohl von der Universität Wien 2.782 global verteilte Einzelmessungen von Mikroplastik in der Atmosphäre aus der Literatur gesammelt. Die Meteorologen haben diese Messungen anschließend mit Simulationen eines Transportmodells verglichen, die drei verschiedene publizierte Emissionsabschätzungen verwendeten.

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass das Modell die Zahl der Mikroplastikpartikel in der Atmosphäre sowie deren Ablagerung an der Erdoberfläche um mehrere Größenordnungen überschätzt, und zwar sowohl über dem Land als auch über dem Ozean. Mithilfe dieser festgestellten systematischen Diskrepanz zwischen Modellergebnissen und Beobachtungen konnten die Wiener Forschenden die Emissionen neu skalieren, und zwar separat für Land- und Ozeanemissionen. Daraus ergaben sich verbesserte Emissionsabschätzungen.

Konkret stellte sich heraus, dass die Zahl der an Land emittierten Partikel stark nach unten korrigiert werden musste, um die Modellergebnisse mit den Messungen in Einklang zu bringen. Die ozeanischen Emissionen wurden ebenfalls großteils überschätzt. Auf die Frage, von wo mehr Mikroplastik in die Atmosphäre gelangt, sagt der leitende Autor der Studie, Andreas Stohl: "Die nun skalierten Emissionsabschätzungen zeigen, dass an Land über 20-mal mehr Mikroplastikpartikeln emittiert werden als vom Ozean."

"Die emittierte Masse ist allerdings über dem Ozean sogar höher als über dem Land, was durch die im Schnitt größeren ozeanischen Partikel zustande kommt", fügt Erstautorin Ioanna Evangelou hinzu.

Mehr Messungen, um Belastung durch Mikroplastik klar einzuordnen

Mit dieser Studie setzen die Wissenschaftler einen wichtigen Schritt, um die Belastung der Atmosphäre mit Mikroplastik und dessen globalen Transport besser abschätzen zu können. "Die Datenlage ist allerdings immer noch nicht zufriedenstellend, es bestehen weiterhin große Unsicherheiten. Es braucht mehr Messungen, damit wir wissen wie viel Mikroplastik aus dem Verkehr und wie viel aus anderen Quellen stammt. Auch die Größenverteilung der Partikel ist höchst unsicher, und damit die insgesamt in der Atmosphäre transportierte Plastikmenge", fasst Andreas Stohl, leitender Autor der Studie, zusammen.

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Quelle: Universität Wien