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Analytik NEWS
Das Online-Labormagazin
06.08.2026

04.08.2026

Wie vegan ist vegan wirklich bei Fleischersatzprodukten?


Vegane und vegetarische Fleischersatzprodukte gehören längst zum festen Sortiment im Lebensmittelhandel. Verbraucher erwarten beim Kauf dieser Ersatzprodukte häufig, dass diese keine tierischen Bestandteile enthalten. Doch decken sich diese Erwartungen mit der Realität und sind vegane Fleischersatzprodukte wirklich frei von tierischen Bestandteilen? Wir haben im Jahr 2025 verschiedene Ersatzprodukte für Fleisch und Fleischerzeugnisse auf das Vorhandensein von tierischer DNA oder tierischen Proteinen untersucht.

Vegan und Vegetarisch - Was ist der Unterschied?

Bei Ersatzprodukten für Fleisch und Fleischerzeugnisse wird der Fleischanteil durch andere Zutaten ersetzt, beispielsweise durch Gemüse, Pilze, Erzeugnisse aus Hülsenfrüchten, Eiweißisolate oder auch Milch, Ei und daraus gewonnene Erzeugnisse. Abhängig von den verwendeten Zutaten sind diese Ersatzprodukte als vegan oder als vegetarisch einzustufen. Aber was ist hier überhaupt der genaue Unterschied?

Die allgemeine Verkehrsauffassung dazu ist in den Leitsätzen für vegane und vegetarische Lebensmittel des Deutschen Lebensmittelbuchs (LS vegan / vegetarisch) aufgeführt. Demnach werden bei der Produktion und Verarbeitung veganer Lebensmittel grundsätzlich keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs verwendet. Zutaten, auch Zusatzstoffe, Aromen, Enzyme, Verarbeitungshilfsstoffe und Nichtlebensmittelzusatzstoffe dürfen in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form nur zugesetzt werden, wenn diese nicht tierischen Ursprungs sind. Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Pilze können in veganen Lebensmitteln dagegen verwendet werden.

Für vegetarische Lebensmittel sind im Gegensatz dazu weitere Zutaten, auch tierischen Ursprungs, erlaubt. So dürfen Milch, Kolostrum (Erstmilch / Vormilch), Farmgeflügeleier, Bienenhonig, Bienenwachs, Propolis (Bienenkittharz) und Wollfett / Lanolin von aus lebenden Schafen gewonnener Wolle eingesetzt werden.

Bedeutung von Fleischersatzprodukten

Vegane und vegetarische Alternativen werden laut dem Ernährungsreport 2025 von 34 % der Befragten regelmäßig gekauft. Dabei handeln über alle Altersgruppen hinweg 61 % der Befragten aus Tierschutzgründen. Ersatzprodukte zu Fleisch werden von 78 % und Ersatzprodukte zu Wurst von 72 % der Befragten erworben [3]. Die steigende Beliebtheit der Produkte spiegelt sich auch in der Steigerung der Produktion wider. Diese wurde für vegetarische und vegane Fleischersatzprodukte seit 2019 mehr als verdoppelt.

Bei einem Großteil (92,5 %) der von uns im Jahr 2025 auf tierische Bestandteile untersuchten Fleischersatzprodukte handelt es sich um vegane Lebensmittel, weshalb im nachfolgenden lediglich die Untersuchungsergebnisse von veganen Ersatzprodukten für Fleisch und Fleischerzeugnisse aufgeführt werden.

Ergebnisse der Untersuchungen

Wir haben analysiert, ob vegane Ersatzprodukte für Fleisch und Fleischerzeugnisse ohne die Verwendung von Erzeugnissen tierischen Ursprungs hergestellt werden und diese frei von tierischen Bestandteilen sind. Im Jahr 2025 wurden dafür 34 Proben veganer Fleischersatzprodukte mittels PCR (Polymerase Kettenreaktion) auf das Vorhandensein von DNA von Rind, Schwein, Huhn und Pute untersucht. Zudem wurden 6 Proben mittels ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent-Assay) auf das Vorhandensein von Protein von Rind und Schwein geprüft. Das Ergebnis von 3 der 6 ELISA-Proben wurde, zur Absicherung der Ergebnisse, auch mittels PCR analysiert. 2025 wurden somit insgesamt 37 Proben veganer Fleischersatzprodukte von uns auf das Vorhandensein tierischer Bestandteile untersucht. Die obenstehenden Analysenmethoden werden in der Routine auch als Nachweisverfahren für kleine Mengen (Spuren) von DNA oder Protein verwendet.

Von den 37 untersuchten Proben veganer Ersatzprodukte für Fleisch und Fleischerzeugnisse war mit 86,5 % (32 Proben) der Großteil unauffällig. Mängel bestanden bei 13,5 % der untersuchten Proben (5 Stück). Bei drei (8,1 %) der fünf Proben war der Nachweis für DNA bzw. Protein tierischen Ursprungs positiv. Bei zwei dieser Proben wurde jeweils eine Nachprobe untersucht, wobei sich der Befund auch bei dieser Untersuchung bestätigte. Bei zwei (5,4 %) der fünf auffälligen Proben wurden anderweitige Kennzeichnungsmängel festgestellt.

Für die auffälligen Proben kann anhand des qualitativen Nachweises tierischer Bestandteile keine Aussage getroffen werden, ob Zutaten tierischen Ursprungs verwendet wurden oder es sich lediglich um eine Verschleppung von Rückständen aus der Produktion handelt. Aufgrund der in den Leitsätzen festgelegten Anforderungen, kann eine Klärung dieses Sachverhaltes dabei nur durch eine Betriebskontrolle beim Hersteller erfolgen bei der die Produktionsprozesse überprüft werden.

Fazit

Als Verbraucher, der Wert auf eine vegane Ernährung legt, sollten Sie sich bwusst machen, dass auch in Produkten die als "vegan" gekennzeichnet sind, geringe Rückstände tierischeer Bestandteile vorhanden sein können, wenn diese bei der Produktion als technisch unvermeidbar gelten. Unsere Untersuchungen zeigen gleichzeitig, dass bei einem Großteil der veganen Fleischersatzprodukte die Zusammensetzung mit der Verbrauchererwartung übereinstimmt und tatsächlich keine tierischen Bestandteile enthalten sind.

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Quelle: CVUA Stuttgart