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01.12.2022

22.11.2022

Einfluss von Vitamin D auf schwarzen Hautkrebs

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Professor Jörg Reichrath, leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Saarlandes, hat den mit 10.000 Euro dotierten Dr. Wolfgang Hevert-Preis erhalten. Mit der geplanten Arbeit "Bedeutung des Vitamin-D-Status und Einfluss der oralen Vitamin-D-Supplementierung auf den klinischen Verlauf des metastasierten malignen Melanoms" wollen er und sein Team die Prognose von Patienten mit schwarzem Hautkrebs verbessern.

Dabei verfolgen sie mit der Vitamin-D-Supplementierung einen ganzheitlichen Ansatz und verbinden Elemente der Naturheilkunde und der Schulmedizin zu einem sinnvollen Gesamtkonzept, das auch die unabhängige Expertenjury als Paradebeispiel integrativer Medizin einhellig überzeugte.

In Deutschland und weltweit ist der Vitamin-D-Mangel weit verbreitet und stellt ein gravierendes Gesundheitsproblem dar. Nach aktuellen Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts und anderer Institutionen haben rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung zu niedrige Vitamin-D-Spiegel.

Geringere Mortalität und Tumorlast In der onkologischen Forschung ist das "Sonnenvitamin" Vitamin D nun in den Fokus gerückt. Reichrath und Kollegen konnten in vorangegangenen Arbeiten bereits die Assoziation eines guten Vitamin-D-Status mit einem günstigen klinischen Verlauf der Erkrankung des malignen Melanoms zeigen sowie einen positiven Effekt auf das Gesamtüberleben feststellen. "Mit der geplanten randomisierten, doppelt verblindeten Placebo-kontrollierten Studie wollen wir nun den Effekt der Einnahme von Vitamin D auf die Gesamtmortalität und die Melanom-spezifische Mortalität genauer untersuchen.

Weitere Endpunkte sind der mögliche Einfluss auf die Tumorlast sowie die Überprüfung auf Nebenwirkungen", so der Preisträger. "Ich bin sehr froh, dass das Projekt die Jury überzeugt hat, und der Dr. Wolfgang Hevert-Preis zur Finanzierung dieses aufwendigen Vorhabens beiträgt."

Die Studie gliedert sich in zwei Teilprojekte. Zunächst soll die Assoziation des Vitamin-D-Status mit dem klinischen Verlauf des metastasierten malignen Melanoms aus der Pilotstudie validiert werden. Im Anschluss ermitteln die Forscher, ob hier ein kausaler Zusammenhang besteht. Die Einteilung von Patienten mit metastasiertem malignem Melanom, bei denen eine medikamentöse Tumortherapie begonnen wird, erfolgt in zwei randomisierten Gruppen: Gruppe 1 erhält zusätzlich zur Tumortherapie täglich ein Placebo, Gruppe 2 erhält zusätzlich zur Tumortherapie täglich eine Tablette mit 1000 IE Vitamin.

Quelle: Universität des Saarlandes