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21.07.2024

27.10.2022

Mit neuartigen Katalysatoren grünes Kerosin im industriellen Maßstab herstellen

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Wie neuartige Katalysatoren entwickelt und damit die Produktion von nachhaltigem Kerosin im industriellen Maßstab optimiert werden kann, wollen jetzt deutsche und südafrikanische Forschende im Projekt CARE-O-SENE (Catalyst Research for Sustainable Kerosene) herausfinden. Das internationale Forschungsprojekt hat nun vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Förderung von ca. 30 Millionen Euro erhalten.

Das Vorhaben CARE-O-SENE zielt auf technologische Durchbrüche bei Katalysatoren ab, die bei dem sogenannten Fischer-Tropsch-Verfahren zur Herstellung von Kerosin benötigt werden. Durch verbesserte Fischer-Tropsch Katalysatoren können klimaneutrale Flugkraftstoffe mit Kohlendioxid und Grünem Wasserstoff wirtschaftlich produziert werden.

Nachhaltiges Kerosin - sogenanntes Sustainable Aviation Fuel (SAF) - basiert nicht auf fossilen Rohstoffen, sondern auf Grünem Wasserstoff und Kohlendioxid. Die Technologie ist ein Schlüsselelement um kohlendioxidintensive Sektoren, wie die Luftfahrt, nachhaltig zu defossilieren, da fossile Energieträger in diesem Bereich besonders schwer zu ersetzen sind.

Mit deutschen Technologien, südafrikanischem Know-How und BMBF-Spitzenforschung wird im Bereich Katalyse der Grundstein gelegt, um aus diesen Emissionen grüne Flugkraftstoffe zu erzeugen. Das Vorhaben vereint die Themen Transfer, klimaneutrales Fliegen, internationale Partnerschaften zum Grünen Wasserstoff und neue Chancen für die heimische Wirtschaft.

Dr. Dirk Schär, Lead Technical Marketing Catalyst bei Sasol sagt: "Unsere Arbeit ist ein wichtiger Baustein der deutschen Nationalen Wasserstoffstrategie. Wir freuen uns, dass das Bundesforschungsministerium das riesige Potenzial in der CARE-O-SENE-Forschungsarbeit zu neuartigen Fischer-Tropsch Katalysatoren erkannt hat und die Arbeit unterstützt."

"Wir freuen uns sehr über den Start von CARE-O-SENE", sagt Dr. Tobias Sontheimer, Head of Strategy - Energy and Information des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie. "Dass jeder Partner hier dediziert seine Expertise in der Katalyseforschung einbringen kann und gemeinsam mit erfolgreichen Unternehmen so eng an der technologischen Umsetzung arbeitet, macht das Projekt für uns zu etwas Besonderem."

Hintergrund

Im CARE-O-SENE Projekt forschen sieben führende südafrikanische und deutsche Projektpartner an Fischer-Tropsch-Katalysatoren der nächsten Generation. Neben Sasol Germany und Sasol Limited sowie dem HelmholtzZentrum Berlin für Materialien und Energie sind das das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, das Karlsruher Institut für Technologie, die Universität Kapstadt und die INERATEC GmbH.

SASOL ist weltweit führend bei der Fischer-Tropsch-Technologie. Das Unternehmen verfügt am Standort in Südafrika über den größten Fischer-Tropsch-Forschungsreaktor der Welt. Im FischerTropschProzess werden Grüner Wasserstoff und Kohlendioxid zu synthetischem Kerosin umgewandelt.

Die Bundesregierung fördert das Projekt mit ca. 30 Millionen Euro. Zusätzlich steuern die industriellen Partner zehn Millionen Euro bei. Bundeskanzler Olaf Scholz und der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hatten Ende Mai 2022 in Johannesburg den Startschuss für das CARE-O-SENE-Projekt gegeben.

Quelle: Fona Forschung für nachhaltige Entwicklung