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29.06.2022

20.06.2022

Entwicklung des Konzepts der Integralfeldspektroskopie ausgezeichnet

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Die Johann-Wempe-Stiftung ehrt Dr. Roland Bacon vom Centre de Recherche Astrophysique de Lyon, Frankreich, mit dem Johann-Wempe-Preis 2022 für seine Beiträge und Initiativen zu innovativen astronomischen Instrumenten uber einen Zeitraum von fast 35 Jahren, insbesondere für seine federfuhrende Rolle bei der Entwicklung des Konzepts der Integralfeldspektroskopie. Die Preisverleihung fand am 14. Juni 2022 am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) in Babelsberg im Schwarzschildhaus statt.

Roland Bacon ist Projektleiter für das erfolgreiche Instrument MUSE (Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO, das am AIP mitentwickelt wurde. MUSE ist heute das am meisten nachgefragte Instrument am VLT und hat bereits zu einer Vielzahl spektakulärer wissenschaftlicher Entdeckungen geführt, die nahezu alle Themen von der Sonnensystemforschung bis zur beobachtenden Kosmologie abdecken.

Seit den 1980er Jahren hat Roland Bacon mehrere bahnbrechende Instrumente im Bereich der Integralfeldspektroskopie konstruiert und in Betrieb genommen, darunter das TIGER-Instrument für das Canada-France Hawaii Telescope, das weltweit die erste Integralfeldeinheit (IFU) war, das OASIS-Instrument - die allererste IFU, die mit adaptiver Optik gekoppelt war, und das SAURON-Instrument am William-Herschel-Teleskop, eine Weitfeld-IFU, die für die Analyse der Sternbewegungen und stellarer Populationen naher Galaxien optimiert ist. Mittels IFUs können großflächige Objekte wie Nebel, Galaxien oder Stern- und Galaxienhaufen mit einer einzigen Aufnahme untersucht werden, die Spektren für jeden einzelnen Pixel enthält.

Von 1995 bis 2005 war Roland Bacon Direktor des Centre de Recherche Astrophysique de Lyon. Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten, die sich auf die Instrumentierung großer optischer Teleskope und die extragalaktische Astronomie konzentrierten, war er an mehr als 350 Veröffentlichungen beteiligt. Roland Bacon hat bereits mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, darunter ein ERC Advanced Grant im Jahr 2013 und die Jackson-Gwilt-Medaille der Royal Astronomical Society im Jahr 2020.

Quelle: Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)