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26.11.2022

22.03.2022

Journalismuspreis und Carl-Duisberg-Gedächtnispreis vergeben

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Auf der Chemiedozententagung, die vom 21. bis 23. März 2022 in Saarbrücken stattfindet, verleiht die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zwei ihrer renommierten Preise. Der Wissenschaftsjournalist Lars Fischer erhält den GDCh-Preis für Journalismus und Literatur 2022 und Dr. Juliane Simmchen, Technische Universität Dresden, wird mit dem Carl-Duisberg-Gedächtnispreis ausgezeichnet.

Zu der Tagung für Hochschullehrkräfte der Fakultäten der Chemie aus Deutschland und dem benachbarten Ausland lädt die GDCh-Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren für Chemie (ADUC) ein. Vor Ort verleiht die Arbeitsgemeinschaft außerdem drei ADUC-Preise.

Für seine exzellente journalistische Arbeit zeichnet die GDCh Lars Fischer mit dem GDCh-Preis für Journalismus und Literatur 2022 aus. Der mit 7500 Euro dotierte Preis wird für hervorragende publizistische oder schriftstellerische Leistungen verliehen, die zur Verbreitung von chemiewissenschaftlichen Inhalten im deutschsprachigen Raum in besonderer Weise beitragen.

Fischer erhält die Auszeichnung für seine hervorragende Weise, die Chemie und andere Naturwissenschaften allen Zielgruppen insbesondere über digitale Formate näherzubringen. Sein Themenspektrum reicht von Chemie und Materialforschung bis hin zu Infektionskrankheiten und Naturkatastrophen. In den letzten zwei Jahren hat sich der Wissenschaftsjournalist besonders mit seinen fundierten und allgemeinverständlichen Beiträgen um die Covid-19-Pandemie hervorgetan.

Lars Fischer, der 1978 in Hamburg geboren wurde, begann seinen beruflichen Werdegang als Chemielaborant in der Analytik, bevor er an der Universität Hamburg Chemie studierte. Nach dem Abschluss startete er einen der ersten deutschen Wissenschaftsblogs und arbeitete als freier Wissenschaftsjournalist. Heute ist er ist Redakteur bei "spektrum.de" und "Spektrum - die Woche", betreut die Blogplattform "SciLogs" und betreibt mit Mike Zeitz den Youtube-Kanal "Wir Werden Alle Sterben". Auch der GDCh ist Fischer verbunden: 2007 sammelte er frühe journalistische Erfahrungen während eines Praktikums in der Redaktion der GDCh-Mitgliederzeitschrift "Nachrichten aus der Chemie".

Eine weitere besondere Auszeichnung vergibt die GDCh an Dr. Juliane Simmchen, Technische Universität Dresden. Sie erhält den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis für ihre faszinierenden Ansätze auf dem Gebiet der Aktiven Materie, die kreative Nutzung von photokatalytischen Nanopartikeln, aber auch Enzymen, Bakterien und hybriden Systemen zum Antrieb von Mikroschwimmern umfassen. Die Auswahlkommission hob besonders hervor, dass es der Preisträgerin mit ihrer Forschung gelungen ist, sich in einem hochkompetitiven und interdisziplinären Arbeitsfeld durchzusetzen und ein eigenständiges und weithin sichtbares Forschungsprogramm aufzubauen.

Der mit 7500 Euro dotierte Carl-Duisberg-Gedächtnispreis wird seit 1936 an junge Hochschullehrkräfte verliehen, die an einer deutschen Hochschule oder als Deutsche an einer ausländischen Hochschule tätig sind, noch keine W2/W3- oder vergleichbare Stelle bekleiden und das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Von der Preissumme gehen 5000 Euro direkt an die Preisträgerin oder den Preisträger und die übrigen 2500 Euro an die Arbeitsgruppe.

Juliane Simmchen, die 1986 geboren wurde, studierte Chemie an der Technischen Universität Dresden. Nach ihrem Diplom in Analytischer Chemie 2010 promovierte sie 2014 in Materialwissenschaft am katalanischen Institut für Nanowissenschaften und Nanotechnologie (ICN2) der Autonomen Universität Barcelona in Spanien. Nach Aufenthalten am MPI für Intelligente Systeme, Stuttgart, und am Centro Brasileiro de Pesquisas Fisicas, Rio de Janeiro, Brasilien, kehrte sie 2016 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Materialwissenschaften an die Technische Universität Dresden zurück. Seit November 2016 ist sie dort Freigeist Fellow zum Thema 'Light driven microswimmers' in der Physikalischen Chemie.

Mit ihrer Arbeitsgruppe erforscht sie kolloidale Materialien und Strategien, um diese zu aktivieren. Sie konstruieren sogenannte Mikromotoren: kleinskalige Strukturen aus synthetischen und biologischen Bausteinen, die sich autonom bewegen können und erforschen darüber hinaus, wie sich verschiedene Umgebungen, etwa Grenzflächen oder applizierte Stimuli, sich auf diese Bewegung auswirken.

Darüber hinaus zeichnet die ADUC drei junge Wissenschaftler für die Etablierung eines eigenständigen Forschungsgebietes aus. Jun.-Prof. Dr. Max M. Hansmann, TU Dortmund, erhält einen ADUC-Preis für die Entwicklung synthetischer Zugänge zu ungewöhnlichen und hochreaktiven Kohlenstoff-Verbindungen wie mesoionischen N-heterocyclischen Olefinen, Diazoalkenen, Triplett-Vinylidenen und elektronenreichen Olefinen sowie ihrer umfassenden physikalischen Charakterisierung.

Ebenfalls ausgezeichnet wird Jun.-Prof. Dr. Kai S. Exner, Universität Duisburg-Essen, für die originelle Forschung auf dem Gebiet der theoretischen Elektrokatalyse zur Verbesserung von Elektrodenmaterialien für elektrokatalytische Prozesse oder Batterien. Und Christopher J. Teskey, PhD, RWTH Aachen University, erhält einen ADUC-Preis für die Entwicklung lichtschaltbarer Übergangsmetallkatalysatoren am Beispiel von Cobalt-vermittelten Hydroborierungen, die stereoselektive Aldolreaktionskaskaden ermöglichen und schaltbare Chemoselektivität aufweisen.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)