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26.09.2022

03.03.2022

Celluloseacetat in Zigarettenfiltern - Gift für Mensch und Natur

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Zigaretten schaden nicht nur der menschlichen Lunge. Auch die Umwelt bekommt was ab. Wie stark es Gewässer trifft, erforscht unter anderem Professor Sina Dobaradaran an der UDE-Fakultät für Chemie. Gefördert wird sein Aufenthalt durch ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Weltweit werden mehr als 5,4 Billionen Zigaretten pro Jahr verkauft und landen geraucht oft in Wald und Flur statt im Abfall. "Die meisten Filter zersetzen sich in der Umwelt nur langsam, denn sie bestehen aus Celluloseacetat (CA). Und das ist biologisch nicht einfach abbaubar", erklärt Professor Dobaradaran. Er hat Umwelt- und Gesundheitstechnik an drei iranischen Universitäten studiert und erforscht.

CA wird zwar auch bei der Produktion von Textilien, Handydisplays oder Flachbildschirmen genutzt, die Herstellung der Zigaretten-Filter ist mengenmäßig jedoch ungeschlagen. Da die Filter die Bestandteile des Rauchs idealerweise absorbieren, gelangen die gefährlichen Chemikalien des Tabaks und die Schadstoffe, die in den Stummeln zurückbleiben, über die falsche Entsorgung direkt in die Umwelt.

"Wie giftig der Rauch für den Menschen ist, wurde schon untersucht. Kaum aber, wie die Gewässer und Wasserorganismen durch die potenziell giftigen Chemikalien der Zigaretten bedroht werden", so der 45-jährige Nichtraucher. An der UDE möchte der gebürtige Iraner bei Professor Torsten C. Schmidt in der Analytischen Chemie bis 2023 mit Unterbrechung neun Monate lang untersuchen, welche und wie viele aromatische Amine aus den Glimmstängeln ins Wasser übergehen.

"Außerdem möchte ich untersuchen, ob die weggeworfenen Zigaretten samt den darin enthaltenen Stoffen die Wasserressourcen bedrohen und werde dazu Proben aus der Ruhr nehmen." Stipendiat Sina Dobaradaran hofft, dass seine Ergebnisse in politische Entscheidungen einfließen, wenn es um die Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsziele geht.

Quelle: Universität Duisburg-Essen