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Das Online-Labormagazin
26.10.2021

05.10.2021

Chemokin-bindende Wundauflage ermöglicht Heilung der Haut bei chronischen Entzündungen

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In Deutschland leiden nach Expertenschätzungen zwischen zwei bis vier Millionen Menschen an schwer zu behandelnden, chronischen Hautwunden. Forscher am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. haben erstmals eine Wundauflage entwickelt und getestet, welche die verstärkte Entzündung in chronischen Wunden vermindert und so die Heilung unterstützt.

Dabei wurden anti-entzündliche Hydrogele, die Glykosaminoglykane, eine Klasse natürlich vorkommender Kohlenhydrate, enthalten, mit Textilträger kombiniert, um eine einfach anwendbare und klinisch nutzbare Form der Technologie zu realisieren.

Im Rahmen des Transregio-Sonderforschungsbereichs 67 "Funktionelle Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe", der durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert wird, erkundete das interdisziplinäre Team von Wissenschaftlern einen neuen Ansatz zur Neutralisierung entzündungsfördernder Chemokine an chronischen Wunden in einem Großtiermodell (Schwein) für Diabetes.

Durch gezielte Anpassung von biomolekularen Wechselwirkungen konnten entzündungsfördernde Chemokine effektiv in der Wundauflage gebunden und so inaktiviert werden. Wie in der aktuellen Ausgabe von Advanced Science berichtet, ermöglichte die Behandlung mit der innovativen Wundauflage die Heilung chronischer Hautwunden im genannten Tiermodell.

Die klinische Translation der vielversprechenden Technologie könnte künftig neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Wundheilungsstörungen schaffen. Aktuell werden dazu die Durchführung einer klinischen Studie sowie die Ausgründung eines Technologieunternehmens geplant.

» Originalpublikation

Quelle: Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF)