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17.01.2022

15.04.2021

Hohe Resistenz bei Bakterien, die lebensmittelbedingte Infektionen auslösen

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Ein erheblicher Anteil von Salmonella- und Campylobacter-Bakterien ist nach wie vor resistent gegen Antibiotika, die häufig bei Menschen und Tieren verwendet werden. Dies geht aus einem Bericht hervor, den das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) heute veröffentlichen.

In Bezug auf einen spezifischen Salmonella-Typ namens S. Kentucky wurde gemeldet, dass viele Menschen (82,1 %) resistent gegen Ciprofloxacin sind. Dabei handelt es sich um ein Antibiotikum, das häufig zur Behandlung verschiedener Infektionsarten eingesetzt wird.

In den letzten Jahren wurden aus verschiedenen Ländern vermehrt Fälle von S. Enteritidis gemeldet' das gegen Nalidixinsäure und/oder Ciprofloxacin resistent ist. Das zunehmende Auftreten von Fluorchinolon- und/oder Chinolonresistenz bei diesen Salmonella-Arten spiegelt wahrscheinlich die Ausbreitung besonders resistenter Stämme wider.

Bei Campylobacter ist Resistenz gegen Ciprofloxacin in den meisten Ländern so weit verbreitet, dass dieses Antibiotikum nur in begrenztem Umfang zur Behandlung von Campylobacter-Infektionen beim Menschen eingesetzt werden kann. Der Bericht enthält jedoch auch einige positive Erkenntnisse. Zwischen 2015 und 2019 wurde bei Salmonella-Isolaten aus von Menschen genommen Proben in acht bzw. elf Mitgliedstaaten ein Rückgang der Resistenz gegen Ampicillin und Tetracycline beobachtet.

Zwischen 2015 und 2019 war zudem auch hinsichtlich der Prävalenz von ESBL (Betalaktamase mit erweitertem Wirkspektrum) produzierenden E. coli in Proben von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, in 13 Mitgliedstaaten ein Abwärtstrend zu beobachten. Dieses Ergebnis ist wichtig, da bestimmte Stämme von ESBL bildendem E. coli schwere Infektionen beim Menschen verursachen.

Die kombinierte Resistenz gegen zwei äußerst wichtige Antibiotika - Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten Generation bei Salmonella sowie gegen Fluorchinolone und Makrolide bei Campylobacter - ist nach wie vor gering. Diese antimikrobiellen Mittel von besonderer Bedeutung werden häufig zur Behandlung von schweren Salmonella- und Campylobacter-Infektionen beim Menschen angewendet. Außerdem stieg der auf alle getesteten antimikrobiellen Substanzen reagierende Anteil an E.-coli-Bakterien in Proben von zur Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren. Dies wurde im Zeitraum 2014-2019 in neun Mitgliedstaaten beobachtet.

Der Bericht beruht auf Daten zur Überwachung von Antibiotikaresistenzen, die von den Mitgliedstaaten im Rahmen ihrer aufsichtlichen Pflichten in der EU erhoben und von der EFSA und dem ECDC gemeinsam mit Unterstützung externer Auftragnehmer ausgewertet wurden.

» The European Union Summary Report

Quelle: European Food Safety Authority (EFSA)