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21.09.2021

05.07.2018

Umweltfreundliche Silikone entwickelt

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Silikone finden sich in vielen Alltagsprodukten wie Pflegespülungen, Kosmetika, Farblacken, Küchengeschirr oder sogar Schuhsohlen. Eine Nachwuchsforschergruppe der TU Bergakademie Freiberg entwickelt derzeit ein besonders umweltfreundliches Verfahren zur Silikonherstellung.

Ende Mai 2018 trafen sich die Mitglieder der ESF-Nachwuchsforschergruppe CO2-Sil mit Kooperationspartnern und den Mitgliedern des industriellen Beirats, um das neu gestartete Projekt zur CO2-Verwertung mithilfe von Aminosilanen vorzustellen und zu diskutieren. Die siebenköpfige Nachwuchsforschergruppe beschäftigt sich mit der chemischen Umwandlung von Kohlenstoffdioxid in wichtige anwendungsrelevante Materialien.

Diese werden nachhaltig und besonders umweltschonend erstmals aus Siliciumverbindungen erzeugt. Dabei fungiert Kohlenstoffdioxid als Sauerstoffquelle für die Produkte. Bei dem neuen Verfahren kann außerdem auf hochgiftige Nebenprodukte wie Phosgen verzichtet werden. Das Vorhaben eröffnet eine neue Möglichkeit der Kohlendioxidspeicherung und damit der Aufreinigung von Industrieabgasen.

Die durch Aufnahme von CO2 gebildeten Zwischenprodukte können durch thermische Behandlung in Polysiloxane (Silikone), die wichtigste Klasse anorganischer Polymere, sowie Isocyanate, Ausgangsstoffe für sogenannte Polyurethane, umgewandelt werden. Die Einsatzfelder dieser Produkte sind sehr groß, da sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Strukturen unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können. Die Anwendungen erstrecken sich von Elastomeren für den Maschinenbau über Hart- und Weichschäume für Isolationszwecke im Bau- und Verkehrsbereich bis hin zu zahlreichen Alltagsprodukten wie Haarpflegemittel, Cremes bis hin zu Saugern für Babyfläschen.

Im Rahmen des Kick-Off-Meetings wurden die Inhalte, Ziele und Vorgehensweisen der Nachwuchsforschergruppe mit ihren sieben Mitgliedern vorgestellt. Nach einer Einführung durch Prof. Edwin Kroke, Leiter des Institutes für Anorganische Chemie, präsentierten die Nachwuchsforscher die bereits erzielten Ergebnisse. Zu Gast waren Partner wichtiger Chemiefirmen wie der Unternehmen Evonik Industries, SILTECTRA GmbH, Bindur GmbH und "Momentive Performance Materials Inc".

Die Nachwuchsforschergruppe startete im September 2017 und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen finanziert.

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Quelle: Technische Universität Freiberg