01.06.2018

Jugend forscht Sonderpreis 2018 für Synthese und Untersuchung fotochemisch schaltbarer Tenside



Tenside reinigen so wirkungsvoll, weil sie dank ihrer bipolaren Struktur Fett- und Ölpartikel fest einschließen und vom Wasser trennen. Malek Sbeih (19), vom Carl-Zeiss-Gymnasium Jena, ging auf die Suche nach Tensiden, deren Funktion steuerbar ist und die recycelt werden können. Er stieß auf Spiropyrane - Moleküle, die sich bei Bestrahlung mit Licht verändern. Der Jungforscher koppelte Spiropyrane mit organischen Säuren und erhielt so durch Licht schaltbare Tenside: Unter UV-Licht bilden die Fettlöser kugelförmige Mizellen um Öl und Fett, die sich abfiltrieren lassen. Bei Bestrahlung mit grünem Licht dagegen zerfallen die Mizellen und die Tenside werden wieder frei. Nach Ansicht des Jungforschers ließe sich auf dieser Basis eine neue Methode entwickeln, mit der man vor allem bei Ölunfällen Meer- und Flusswasser reinigen könnte.

Die Jury überzeugte der Jungforscher mit seiner Kreativität und seinem fundierten Fachwissen. Mit seinem Projekt bewies er ein großes Maß der Eigenständigkeit und Zielstrebigkeit. Seine schriftliche Arbeit und auch seine Präsentation zeigten ein hohes wissenschaftliches Niveau.

Für seine Arbeiten wurde er nicht nur mit dem GDCh-Sonderpreis sondern auch mit dem ersten Preis in der Kategorie Chemie und dem Preis des Bundespatenunternehmens (Merck), einem Forschungsaufenthalt in Großbritannien ausgezeichnet.

Die GDCh vergibt seit mehreren Jahren den "Themenpreis für die Verknüpfung von Theorie mit chemischer Praxis" im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend forscht". Damit prämiert die GDCh hervorragende experimentelle Arbeiten aus der Chemie mit fundierter theoretischer Begründung oder Herleitung. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird, wie alle Sonderpreise, traditionell am Vorabend der Siegerehrung zum Bundeswettbewerb überreicht. Der Preis unterstreicht, wie auch der GDCh-Abiturientenpreis, das Anliegen der GDCh junge Menschen zu bestärken, unsere Welt naturwissenschaftlich zu ergründen und zu verstehen.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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