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Das Online-Labormagazin
18.09.2020

14.05.2020

Expositions-Biomarker für UV-Filter

Dr. Daniel Bury, Dr. Tobias Weiß, Prof. Thomas Brüning, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum



Damit Sonnenschutzmittel vor UV-Strahlung schützen können, enthalten sie UV-Filter. Diese können in den Körper aufgenommen werden. Unklar ist, welche gesundheitlichen Gefährdungen mit einer solchen Aufnahme verbunden sein können. Im IPA wurden Humanbiomonitoring-Methoden entwickelt, die anhand von stoffspezifischen Biomarkern eine Abschätzung der aufgenommenen Mengen der UV-Filter Octocrylen und 2-Ethylhexylsalicylat erlauben.

Sonnenschutzmittel können von Beschäftigten bei Tätigkeiten im Freien angewendet werden, um Gefahren durch den UV-Anteil der Sonnenstrahlung zu minimieren. Der UV-Schutz in Sonnenschutzmitteln wird unter anderem durch den Einsatz organischer UV-Filter erzielt. Für einige dieser UV-Filter besteht aber der Verdacht, allergische Reaktionen hervorzurufen oder hormonartig zu wirken.

So gibt es zum Beispiel für die beiden weltweit eingesetzten UV-Filter 2-Ethylhexylsalicylat (EHS) und Octocrylen (2-Ethylhexyl-2-cyano-3,3-diphenylacrylat) Hinweise aus In-vitro-Studien auf eine mögliche hormonelle Wirksamkeit. Für Octocrylen konnte dieser Verdacht im Tierversuch nicht bestätigt werden. Für EHS steht eine Stoffbewertung auf europäischer Ebene hinsichtlich möglicher hormonartiger Wirkungen noch. Mehrere Studien berichten außerdem über photoallergische Kontaktdermatitiden bei der Anwendung von Octocrylen.

Humanbiomonitoring zur Risikobewertung von UV-Filtern

Eine objektive Risikobewertung des Einsatzes von UV-Filtern setzt die Kenntnis der Höhe der Belastung gegenüber diesen Stoffen voraus. Da die Exposition primär durch Anwendung von Sonnenschutzmitteln und anderen Kosmetika auf der Haut erfolgt, ist das Humanbiomonitoring für die Expositionserfassung organischer UV-Filter das Mittel der Wahl.

Hierunter versteht man die direkte Messung der Konzentration eines Stoffes oder seiner Stoffwechselprodukte in einem geeigneten biologischen Material wie zum Beispiel Blut oder Urin. Der Einsatz des Humanbiomonitorings setzt voraus, dass sogenannte Biomarker, bei denen es sich in der Regel um Stoffwechselprodukte handelt, bekannt sind und analytische Verfahren existieren, um diese Biomarker in dem entsprechenden biologischen Material exakt und empfindlich messen zu können.

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