12.12.2019

Infrarotspektroskopie zur Identifizierung der wesentlichen Komponenten einer wässrigen 2K-Fußbodenfarbe

Markus Keuerleber , Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA)



Häufig sind die Bestandteile eines Wettbewerbsmusters für die Hersteller von Farben von großem Interesse. Hierzu zählen das Bindemittel, die ggf. vorhandenen Füllstoffe und / oder Pigmente, in vielen Fällen bestimmte Additive und das Lösemittel. Bei Zwei-Komponenten-Systemen, "2K-Systemen", kommt neben dem Stammlack eine weitere sogeannte Härterkomponente hinzu, die mit Bestandteilen des Stammlacks chemisch reagiert und hierbei ein polymeres Netzwerk, die eigentliche Beschichtung, bildet.

Am Fraunhofer IPA steht eine Vielzahl unterschiedlicher sich ergänzender Analysenmethoden für die chemische Charakterisierung von Lackrohstoffen, Beschichtungsstoffen bzw. Beschichtungen zur Verfügung. Die wichtigsten dieser Methoden sind nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert, u.a. die Bestimmung des Bindemitteltyps mit Infrarotspektroskopie.

Diese unterschiedlichen Methoden liefern sich ergänzende Informationen über Proben und Probeneigenschaften, die man dann z. B. zur stofflichen Produktcharakterisierung von Farbmustern verwenden kann. Die Infrarotspektroskopie dient zur weitgehenden Identifizierung von organischen (bedingt auch anorganischen) Komponenten wie (Lack)Polymere, also Bindemittel, Additive, Weichmacher und Füllstoffe.

Hiermit können, abhängig von der Probenart, teilweise auch in Stoffgemischen, Einzelkomponenten nachgewiesen werden. Die Messungen sind mit vergleichsweise geringem gerätetechnischem Aufwand zu bewältigen. Entscheidend ist die Interpretation der erhaltenen Spektren. In einigen Fällen kann erst die Kombination vieler verschiedener Präparations- und / oder Analysenmethoden, wie beim Zusammensetzen von Einzelteilen eines Puzzles, zum gewünschten Erfolg führen.

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