26.03.2026
Ein kleines technisches Meisterwerk - der Bunsenbrenner
Jeder, der irgendwann in seinem Leben einmal im Labor gearbeitet hat, hatte es auch mit dem Bunsenbrenner zu tun. Schüler der 8. Klasse fiebern dem "Bunsenbrenner-Führerschein" entgegen, um endlich richtig experimentieren zu können.
Dabei gehört der Bunsenbrenner zu jenen Geräten, die so schlicht wirken, dass man leicht übersieht, wie viel Wissenschaft und Geschichte in ihnen steckt: Ein Metallrohr, ein Standfuß, ein Gasanschluss und kleine Luftöffnungen - mehr braucht es nicht, um in die spannende Welt naturwissenschaftlicher Experimente einzutauchen.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Flammenfärbung, mit der Alkali- oder Erdalkalimetalle nachgewiesen werden können? Die knallrote Flamme von Lithiumsalz ist für Schüler immer ein "Boah - cool" Moment. Und auch die leuchtend grüne Flamme der Beilstein-Probe als Nachweis für Halogen-Verbindungen sorgt für Begeisterung im Schulalltag.
Das Funktionsprinzip des Bunsenbrenners ist ein gutes Beispiel dafür, wie physikalische Ideen in praktische Technik umgesetzt werden können: Das Gas strömt aus der Leitung in den Brenner und zieht durch die Luftöffnungen Sauerstoff mit hinein. Das Gas-Luft-Gemisch verbrennt oben am Brennerrohr besonders effizient.
Je nach Einstellung der Luftzufuhr verändert sich die Flamme des Bunsenbrenners: Bei geschlossener Luftzufuhr entsteht die - einer großen Kerzenflamme ähnliche - gelbe "leuchtende Flamme". Öffnet man die Luftzufuhr ein wenig, erscheint die blaue "nicht leuchtende Flamme" die deutlich heißer ist und eine vollständige Verbrennung des Brennergases gewährleistet, sodass es keine Rußbildung mehr gibt. Mit dieser Einstellung beginnt der eigentliche Arbeitsbereich des Bunsenbrenners. Öffnet man die Luftzufuhr komplett, können mit der "rauschenden Flamme" bis zu 1.500 °C erreicht werden. Das reicht aus, um zum Beispiel kleine Glasbläserarbeiten durchzuführen oder Kupferoxid zu Kupfer zu reduzieren. Dabei kann man jederzeit relativ gefahrlos mit einer stets kontrollierten und berechenbaren Flamme arbeiten.
Seinen Namen verdankt der Bunsenbrenner - wie viele Laborgeräte - seinem Erfinder, dem Chemiker Robert Bunsen. Er entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts in Heidelberg den Gasbrenner von Michael Faraday weiter. Gemäß der Aussage des Schriftstellers Alexander Solschenizyn
Die Lösung ist immer einfach, man muss sie nur finden.
Alexander Solschenizyn (1918-2008)
Das Grunddesign des Bunsenbrenners hat sich bis heute kaum verändert. Auch wenn moderne Labore von Computern und automatisierten Analysesystemen dominiert sind, steht der Bunsenbrenner oft noch genauso auf dem Labortisch wie vor über hundert Jahren. Diese Beständigkeit zeigt, wie faszinierend einfach manche technischen Lösungen sind und dass sie über Generationen hinweg bestehen bleiben.
» Mehr zum Tag des Bunsenbrenners
Autor:

