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Das Online-Labormagazin
08.12.2021

28.10.2021

Leben im Zettabyte-Zeitalter

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USB-Stick
USB-Stick mit 2,1 Terabyte
Speicherkapazität (Foto:privat)
Kennen Sie die Einheit Zettabyte? Ich musste es auch erst googeln, als ich sie in einem Artikel über den Datenverkehr im Internet las. Ein Zettabyte ist eine Maßeinheit, die in der Digitaltechnik für Datenmengen verwendet wird und entspricht 1021 Byte. Die Größen Kilobyte (103), Megabyte (106), Gigabyte (109) und Terabyte (1012) sind uns als Einheiten geläufig, um die Größe von Datenpaketen und Speichermedien anzugeben.

Von meinen ersten Floppy-Disks mit 640 Kilobyte bis hin zu Schlüsselanhängern mit USB-Stick, die heute mehrere Terabyte Daten aufnehmen können, reicht diese beindruckende Entwicklung von Speichermedien in den letzten 30 Jahren. Wobei 1 Terabyte Speicher vom 30 Jahren unbezahlbar gewesen wäre, ganz zu schwiegen vom Platzbedarf, der wahrscheinlich große Lagerhallen betragen hätte.

Petabyte (1015) und Exabyte (1018) wären nach den uns geläufigen Gigabyte die nächst größeren Einheiten. Wenn wir nun heute vom Zettabyte-Zeitalter reden, dann ist das noch einmal eine ganz andere Dimension: Ein Zettabyte entspricht eine Milliarde Terabyte, also eine Milliarde dieser netten kleinen USB-Sticks, die man heute schon für 30 Euro kaufen kann.

Im Jahr 2016 überstiegt der weltweite Internet-Datenverkehr die Marke von einem Zettabyte, und bereit im Jahr 2012 waren über ein Zettabyte Daten im Internet gespeichert und jederzeit abrufbar. Daher kursieren diese zwei Jahreszahlen, wenn wir heute von der Zettabyte-Ära sprechen. Laut einer aktuellen Studie von statista lagen wir 2018 bereits bei 33 Zettabyte und werden 2025 bei 175 Zettabyte sein.

Ach ja, was kommt als nächstes? Das wird dann das Yottabyte-Zeitalter (1024 Byte) sein, das wahrscheinlich Ende der aktuellen Dekade beginnen wird. Und danach müssen schaue Köpfe erst mal eine neue Einheit für 1027 Byte definieren. Google war ja schon bei seiner eigenen Namensfindung kreativ und vorausschauend, denn der Name leitet sich ab vom Begriff "Googol" ab, den der Mathematiker Edward Kasner 1938 für die Zahl 10100 kreiert hat. Irgendwann in ferner Zukunft werden wir wahrscheinlich auch diese Menge an Datenbytes generiert haben, wenn uns nicht vorher der Strom für deren Speicherung ausgeht...

Apropos Strom: Durch viel mehr E-Mobilität und Digitalisierung brauchen wir sehr viel mehr Strom, als wir heute in Deutschland generieren können. Und dies müsste sinnvoller Weise Ökostrom sein, der die CO2-Bilanz nicht weiter verschlechtert. Denn trotz aller Bemühungen wurde 2020 mit 413,2 ppm CO2 in der Luft leider wieder ein neuer trauriger Höchststand erreicht, der das 1,5 Grad-Ziel in immer weitere Ferne rücken lässt.

Ohne Einbeziehung des Internets in den Stromverbrauch und kluger Strategien und Anreize, den Stromverbrauch in diesem Bereich nicht mehr weiter steigen zu lassen, lässt sich meiner Meinung nach keines unserer Klimaziele erreichen, auch wenn das bei allen Betrachtungen - auch von Fridays For Future - komplett ausgeblendet und so fahrlässig ignoriert wird. Dabei kann jeder ein bisschen mithelfen, wie ich in diversen Vorträgen und kürzlich in einer Videoschalte bei LinkedIn mit dem Tool-Anbieter Ryte zeigen konnte.

Alles getreu dem folgenden Motto der Bloggerin und Autorin Anne Marie Bonneau. Denn Milliarden Menschen, die ihr Verhalten nur ein bisschen ändern, sind ein deutlich größere Hebel als die kleine Zahl der Superperfekten, wenn es um die Bekämpfung des Klimawandels geht:

Wir brauchen keine Handvoll Menschen, die Zero Waste perfekt machen. Wir brauchen Millionen von Menschen, die unperfekt sind.
Anne Marie Bonneau (*1967)

» Die Zettabyte-Ära

» Mehr über Anne Marie Bonneau

Autor: Dr. Torsten Beyer


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