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22.09.2021

26.08.2021

Der letzte seiner Art

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Hermann von Helmholtz
Hermann von Helmholtz (1893)
[CCO]
Die moderne Wissenschaft ist geprägt von einer immer stärkeren Spezialisierung der verschiedenen Fachgebiete. Aus diesem Grund gibt es heutzutage einige herausragende Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet, aber keine Universalgelehrten, wie beispielsweise Galileo Galilei, Leonardo da Vinci, Alexander von Humboldt oder Gottfried Leibniz.

Am 31. August dieses Jahr wäre Hermann von Helmholtz, einer der letzten Universalgelehrten, 200 Jahre alt geworden. Bekannt ist sein Name heutzutage auch den Nicht-Naturwissenschaftlern durch die nach ihm benannte Gesellschaft mit einer Vielzahl an Helmholtz-Zentren und -Instituten, an denen deutschlandweit in (fast) allen naturwissenschaftlichen Bereichen, vom Klima- und Umweltschutz bis zur Suche nach neuen Chemischen Elementen, geforscht und entwickelt wird. Auf Analytik NEWS und in unserem wöchentlichen Newslettern berichten wir immer wieder über deren neuesten Erkenntnisse, wie die knapp 700 Einträge in unserem Nachrichtenarchiv belegen.

Schon früh interessierte sich Hermann Helmholtz für die Naturwissenschaften. Leider galten diese seiner Zeit als brotlose Kunst; und sein Lieblingsfach - die Physik - sogar als die brotloseste unter allen. Aus diesem Grund absolvierte er zunächst ein Medizinstudium, das er 1842 mit einer überdurchschnittlichen Promotion über mikroskopische Anatomie abschloss.

Doch bereits wenige Jahre später waren die Schwerpunkte seiner beruflichen Leistungen meistens im Bereich der Physik zu finden. So verfasste er 1847 eine Abhandlung "Über die Erhaltung der Kraft", in der er den Energieerhaltungssatz, eins der wichtigsten physikalischen Gesetze, detailliert formulierte.

Was dem Menschen leicht wird, pflegt er gern zu tun.
Hermann von Helmholtz (1821-1894)
wird Helmholtz zitiert. Diese Haltung spiegelt sich auch darin wider, dass viele seiner anderen wegweisenden Arbeiten im Bereich der Physik zu finden sind. So bestimmte er unter anderem die Wellenlängen von UV-Licht, entwickelte eine Theorie zur Luftgeschwindigkeit in offenen Röhren und berechnete Wirbelbewegungen von Flüssigkeiten. Außerdem verfasste er Studien über verschiedene meteorologische Erscheinungen. Auch der 1850 entwickelte Augenspiegel, dessen Grundprinzip bis heute zur Untersuchung des Augenhintergrunds eingesetzt wird, fußt auf den physikalischen Gesetzen der Optik. 1883 wurde er für seine Verdienste um die Naturwissenschaften in den Adelsstand erhoben und erhielt sein "von" im Namen.

Als echter Universalgelehrter blickte er aber auch gern über seinen Tellerrand und erarbeitete "Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik" und interessierte sich zusätzlich für Mathematik und Philosophie.

Gewürdigt werden Hermann von Helmholtz und sein Werk durch die vielen Menschen, die in seinem Namen als "Helmholtz-Wissenschaftler" forschen und anlässlich seines 200. Geburtstages eine Jubiläumswebsite mit vielen weiterführenden Informationen erstellt haben.

» Podcast über das Leben von Helmholtz

» Mehr zum Energieerhaltungssatz

» Der Augenspiegel von Hermann von Helmholtz (1850)

Autor: Anke Fähnrich


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