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Das Online-Labormagazin
15.10.2021

25.02.2021

Meiner Meinung nach

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meine Meinung
Bild: Gerd Altmann Pixabay [CCO]
In Artikel 5 des Grundgesetzes steht: "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten." Aber wo wird man heutzutage eigentlich noch nach der eigenen Meinung gefragt? Und wo ist es erwünscht, diese dann auch zu äußern?

Man geht mit der Mode, hört die gerade angesagte Musik oder schaut sich aktuelle Serien an, um mitreden zu können. Es ist deutlich einfacher "Mainstream" zu sein als mit einer eigenen Meinung aus der Menge hervorzustechen.

Um des lieben Frieden Willens oder die gute Stimmung einer Gesellschaft nicht zu verderben, denkt man sich oftmals seinen Teil und geht Streitigkeiten lieber aus dem Weg, als seine entgegengesetzte Meinung zu vertreten. Im Büro hält man lieber den Mund, wenn Vorgesetzte eine andere Meinung vertreten, um keine beruflichen Nachteile zu haben.

Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der Kehrseite befindet sich die "Man wird das doch mal sagen dürfen..."-Fraktion, die die Meinungsfreiheit als Grundlage für verletzende Worte oder Diffamierung nimmt und Meinung ohne Rücksicht auf Verluste verbreitet - was im Übrigen nicht immer durch das Grundgesetz gedeckt ist.

Egal, auf welcher Seite der Medaille man sich verortet fühlt: Unabdingbar ist es, sich überhaupt eine eigene Meinung zu bilden und nicht der Mehrheit (oder lauten Minderheit) einfach hinterherzurennen. Dabei ist es zwar ein einfacher, aber nicht gerade ratsamer Weg, die Meinung anderer einfach zu kopieren und als die eigene anzunehmen. Wer Meinungen anderer annimmt, ohne sie zu hinterfragen, wird anfällig für Manipulation oder dient als Sprachrohr für Meinungsmacher.

Auch die Empfehlungsmanagement-Systeme, die auf Bestellplattformen oder bei Streamingdiensten angewandt werden, sollten regelmäßig hinterfragt werden. Ist es wirklich so, dass einem das vorgeschlagene Produkt gefallen muss? Nein - man darf dazu gerne eine eigene Meinung haben und sich selbst auf die Suche nach Alternativen begeben.

Informationen aus erster Hand und am besten mehrerer geprüfter Primärquellen sind als Grundlage zur Meinungsbildung deutlich geeigneter. Nur mit einer aus persönlichen Eindrücken und fundierten Informationen gewonnenen Meinung ist man in der Lage, diese auch adäquat zu vertreten. So, wie der russische Schriftsteller Iwan Turgenjew bereits sagte:

Ich teile niemandes Meinung, ich habe meine eigene.
Iwan Turgenjew (1818-1883)

» Buchtipp: Väter und Söhne

» Mehr über Iwan Turgenjew

Autor: Anke Fähnrich


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anonym12.03.2021 um 09:55:06

Empfehlungsmanagement... Früher war das der Außendienst: Der Lieferant*In/Vertreter*In hat Produkte empfohlen, die er oder sie für den Kunden interessant empfunden hat... Heute stellt ein Algorithmus fest: Man kauft Windeln, dann wäre Babypuder und ein gutes Bier zur Beruhigung wohl passend! Die Entscheidung, ob ich der Empfehlung folge, lag immer bei mir! Meine Meinung zu einem Thema bilde ich mir aufgrund vorliegender Informationen und meiner bisherigen Erfahrungen... auch das nimmt einem niemand ab. Und dass Fische Stromlinienform haben damit sie auch mal gegen den Strom schwimmen können... na ja der Herrgott wird sich dabei was gedacht haben!

Wer sagt, er teile niemandes Meinung, hat keine Ahnung... Teile ich deine Meinung teilst du auch meine Meinung, sind wir uns also einig teilen wir die Meinung. Meine Meinung...

Man wird doch noch sagen dürfen... Die Freiheit der Meinung wird durch höhere Rechtsgüter beschränkt... etwa die Würde des Menschen. [Der Kommentar wurde gemäß Google-Richtlinien gekürzt] Meine Meinung dazu: Kratze einen Millimeter vom Menschen ab und jeder ist rot... was ist also der Sinn darin Menschen wegen 0,01% ihres Volumens zu klassifizieren? Und: selbst in der Stellenbeschreibung des Königs oder der KönigIn von England ist kein RAL Ton für die Hautfarbe enthalten.




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