Header
Das Online-Labormagazin
12.04.2021

28.01.2021

Die Krux mit den Passwörtern


Passwort
Bild: pixabay [CCO]
Am 1. Februar jeden Jahres findet der nationale "Ändere-dein-Passwort-Tag" statt. Dieser erinnert daran, dass PC und Internet Nutzer regelmäßig ihre Passwörter ändern sollten, um es Hackern und anderen neugierigen Zeitgenossen möglichst schwer zu machen, an persönliche und sensible Daten zu gelangen.

Muss es dafür einen nationalen "Gedenktag" geben? Die Frage ist berechtigt, schließlich sollte es niemanden außer mir etwas angehen, wie ich mein Passwort und dessen Verwaltung gestalte. Stichwort: Recht auf Privatsphäre. Andererseits ist es wahrscheinlich sinnvoll, immer wieder auf die Wichtigkeit von sicheren Passwörtern hinzuweisen.

Getreu dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" wird es vielleicht doch eines Tages funktionieren, dass die Lieblingspasswörter der Deutschen wie "123456", "passwort" oder "qwertz" von den vorderen Plätzen verdrängt werden. Das Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit den TOP 20 der beliebtesten Passwörter und bietet auch die kostenfreie Möglichkeit, die eigene E-Mail-Adresse auf Hacker-Angriffe zu überprüfen.

Zugegeben; es ist ausgesprochen nervig und anstrengend, sich viele verschiedene Passwörter für die unzähligen Accounts, die man im Laufe der Zeit anlegt, auszudenken und auch noch zu merken. Wie oft ergeht es wahrscheinlich nicht nur mir so, dass man verzweifelt versucht, sich in ein Portal einzuloggen, auf dem man längere Zeit nicht mehr unterwegs war. Meist endet solch ein Versuch mit der Anforderung eines neuen Passwortes, bzw. dem Zurücksetzen des Accounts. - Dann halt doch wieder "123456"?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Passwörter zu generieren und sich diese auch zu merken. Etwas zweifelhaft finde ich die vielerorts angebotenen Passwort-Bücher. In diese kann man, analog zu einem persönlichen Telefon- oder Adressbuch, seine Passwörter mit der dazugehörigen Webadresse und Benutzernamen fein säuberlich eintragen und hat sie somit immer griffbereit. Allerdings auch jeder andere, der dieses Buch in die Hände bekäme und das möchte ich mir lieber nicht ausmalen. Hier sind elektronische Passwort-Manager sicher die bessere Lösung.

Sehr beliebt ist auch das Benutzen ein und desselben Passwortes für alle Plattformen auf denen man sich bewegt. Da kann das Passwort noch so kompliziert sein - einmal geknackt, bietet es freien Zugang auf den Online-Marktplatz und das Bankkonto. Unangenehm ist es auch dann, wenn man vom Anbieter einer gehackten Website kontaktiert wird und im Wettlauf gegen die Zeit schleunigst auf sämtlichen Seiten, auf denen man sich jemals registriert hat, das Passwort ändern muss, weil man ja überall dasselbe verwendet hat. Oder, wenn einem gleich Erpressungsmails ins Postfach flattern, in denen man aufgefordert wird, einen beliebig hohen Betrag in Bitcoins zu zahlen .

Ist also guter Rat teuer? Nein, ganz und gar nicht. Es gibt einfache Tricks, Passwörter so zu generieren, dass man selbst sie sich ganz einfach merken kann, sie aber schwer zu knacken sind.

Es ist ohne Frage nervig und etwas kompliziert, aber wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und es auch immer mal wieder in den Fokus zu rücken. Deshalb ehren wir also den 1. Februar als "Ändere-dein-Passwort-Tag" und schimpfen auf die Umstände, die uns unser PC und die virtuelle Welt des WWW machen. Denn neben allen Vorzügen, die die Technik und das Internet und bieten ist doch nicht von der Hand zu weisen, was Bill Gates schon sagte:

Der Computer wurde zur Lösung von Problemen erfunden, die es früher nicht gab.
Bill Gates (*1955)

» Unknackbar aber einfach zu merken! - Passwörter einfach erklärt

» Tipps für sichere Passwörter

» Die beliebtesten Passwörter 2020

Autor: Anke Fähnrich


» Kommentieren