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Das Online-Labormagazin
29.10.2020

24.09.2020

Einfallsreichtum und Erfindergeist


Idee
Bild: pixel2013 (PIXNIO) [CCO]
Die sprichwörtliche "Deutsche Ingenieurskunst" ist weltberühmt, "Made in Germany" ist ein Synonym für hohe Qualität. Bekannte Beispiele des deutschen Erfindergeistes sind Karl Benz und Gottlieb Daimler, die 1886 das erste Automobil bauten, zu dem Rudolf Diesel 1890 den passenden Motor entwickelte. Oder Otto Lilienthal, der 1894 mit dem ersten Gleitschirmflugzeug in die Luft ging. Etwas später, 1941, erfand Konrad Zuse den Computer, weil ihm das Rechnen lästig war.

Dies sind allesamt Bereicherungen für die Menschen, die nicht durch Zufälle entdeckt wurden wie beispielsweise 1895 die Röntgenstrahlung oder die bis heute umstrittene Homöopathie, auf deren Wirkung Samuel Hahnemann 1797 zufällig stieß.

Ungeachtet dieser bekannten Erfindungen gibt es zahlreiche, die unser Leben sehr bereichern, deren Entdecker aber deutlich weniger Beachtung in den Geschichts- und Lehrbüchern finden. Einige diese Menschen möchte ich mit diesem Blogbeitrag zu Ehren kommen lassen. Sozusagen als Alternative zur Vergabe der James-Watt-Medaille oder des Deutschen Zukunftspreises.

Zu nennen wäre da Melitta Bentz, die 1908 aus den Schulheften Ihrer Kinder die Löschblätter zweckentfremdete und zu Filterpapier umfunktionierte, weil sie vom Kaffeesatz die Nase gestrichen voll hatte. Ihr haben wir es zu verdanken, dass wir auch ohne Hightech-Kaffeevollautomaten oder den Umweltsünder Alukapsel morgens vor dem Wachwerden einen krümelfreien Kaffee genießen können.

Auch die Teetrinker haben es einem deutschen Ingenieur zu verdanken, dass sie sich schnell einen Teebeutel in die Tasse halten können, wenn keine Zeit ist, den Tee ordnungsgemäß aufzubrühen. Der Stuttgarter Adolf Rambold erfand 1929 nicht nur den Doppelkammer-Teebeutel und die dazu benötigte Falttechnik, sondern auch diverse Teebeutelpackmaschinen.

Kulinarische Genüsse, die wir in unserem Leben nicht missen wollen, entsprangen ebenfalls dem Ideenreichtum unserer Landsleute. So kreierte die Berlinerin Herta Heuwer 1949 die Currywurst, die auch heute noch zu den beliebtesten Fastfood-Gerichten der Deutschen gehört. Wer es lieber süß mag, greift bestimmt des Öfteren zu Gummibärchen, die Hans Riegel 1922 erfand und die neben Albert Einstein und Konrad Adenauer sogar Kaiser Wilhelm II entzückt haben sollen.

Eine sehr praktische Erfindung, die Thermoskanne, die der Glastechniker Reinhold Burger 1903 erfand, und ein frühes "Unterhaltungsmedium", das Spiel Mensch-ärger-dich-nicht, das Josef Schmidt bereits um 1907 seinen Söhnen schenkte, sind bis heute in kaum veränderter Form in unseren Haushalten zu finden.

Deutsche Erfindungen sind aber nicht nur "alte Kamellen". Erst vor 40 Jahren wurde das mp3-Format, das unseren mobilen Musikgeräten das Abspielen der aktuellen Lieblingsmusik ermöglicht, am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) entwickelt. Maßgeblich daran beteiligt war der Elektrotechnik-Ingenieur Karlheinz Brandenburg aus Erlangen.

Die Liste weiterer Erfindungen ist noch lang. Bier, Buchdruck, Hubschrauber, Kühlschrank, Plattenspieler, Sozialgesetze, Straßenbahn, Tonband, Zahnpasta oder Zeppelin ... Auch wenn nicht alle deutschen Erfindungen bis heute die große Bedeutung haben, die ihnen zu ihrer Zeit zuteilwurde, waren sie doch alle irgendwie bahnbrechend.

Das muss auch Goethe so gesehen haben. Er ist ja nicht nur einer der bedeutendsten Vertreter der Dichtung, sondern arbeitete auch als Naturwissenschaftler und wird mit den Worten zitiert:

Erfinden ist eine weise Antwort auf eine vernünftige Frage.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

» Liste deutscher Erfinder und Entdecker

» Ranking der deutschen Erfindungen (Goethe Institut)

Autor: Anke Fähnrich


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