23.10.2026
Moosmonitoring zeigt deutlichen Rückgang der Schwermetallbelastung aus der Luft
Untersuchungen an Moosen über 40 Jahre zeigen, dass die Belastung mit Schwermetallen aus der Luft deutlich gesunken ist. Bei Blei nahm der Eintrag um über 90 Prozent ab. In den vergangenen zehn Jahren waren keine rückläufigen Trends mehr nachweisbar.
Wegen der stabil niedrigen Werte, setzt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) das Moosmonitoring aus Effizienzgründen aus. Ein Frühwarnsystem mit anderen Messprogrammen läuft weiter.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat über 40 Jahre hinweg an Bäumen wachsende Moose untersucht und damit den Eintrag von Schwermetallen aus der Atmosphäre bestimmt. An bis zu 300 gleichmäßig über Bayern verteilten Standorten wurden die Moose regelmäßig auf bis zu 30 verschiedene Metalle untersucht.
Am Baumstamm wachsende Moose nehmen Stoffe aus der Luft auf und können dadurch Hinweise auf die Entwicklung der Luftbelastung geben. Die langfristigen Messreihen ermöglichen es, Veränderungen der atmosphärischen Schwermetalleinträge in Bayern sichtbar zu machen.
Belastung über die letzten vier Jahrzehnte deutlich gesunken
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verbesserung der Luftqualität: Die Gehalte fast aller untersuchten Metalle sind über die letzten 40 Jahre deutlich zurückgegangen. Besonders stark war der Rückgang mit über 90 Prozent bei Blei. Bei Arsen, Quecksilber und Vanadium liegt der Rückgang zwischen 80 und 90 Prozent und für die übrigen Metalle meist über 50 Prozent. Die Ergebnisse spiegeln die Verbesserungen beim Immissionsschutz sowie die Minderung vieler industrieller Emissionen wider. Ein maßgeblicher Faktor beim Blei war das Verbot der Nutzung von verbleitem Benzin ab den späten 1980er Jahren.Seit den 2000er Jahren zeigen die Messdaten nur noch bei wenigen Metallen wie Blei und Cadmium rückläufige Entwicklungen. Bei den meisten Metallen haben sich die Gehalte auf einem deutlich niedrigeren Niveau stabilisiert. Die früher festgestellten starken Rückgänge setzen sich damit nicht in gleicher Weise fort. Ab 2001 erweiterte das LfU das Spektrum der untersuchten Metalle deutlich. Nur für das seither untersuchte Schwermetall Zinn, das überwiegend aus dem Verkehr stammt, zeigte sich über die vergangenen rund 20 Jahre ein steigender Trend.
Keine sinkenden Trends in den letzten 10 Jahren
Für die letzten 10 Jahre des Messzeitraums wurde das Messnetz auf rund 50 Standorte verkleinert. In diesem Zeitraum sind keine sinkenden Trends mehr nachweisbar. Jahre mit höheren Metallgehalten stehen wahrscheinlich mit trockenen Witterungsbedingungen in Zusammenhang. Längere Trockenphasen führen zu mehr Staub in der Luft, der sich an den Moosen anreichern kann. Ein vergleichbares Bild zeigen die Messungen des Staubniederschlags in Sammelgefäßen der bayerischen Dauerbeobachtungsstationen.Regionale Unterschiede heute weitgehend verschwunden
Vor allem in den 1980er Jahren waren noch deutliche regionale Unterschiede innerhalb Bayerns erkennbar. In den nordostbayerischen Regierungsbezirken wurden beispielsweise für Arsen oder Vanadium weit höhere Belastungen gemessen als in Südbayern. Vermutlich wirkten sich die geringeren Luftreinhaltungsstandards der ehemaligen DDR insbesondere auf die nordostbayerischen Regionen aus.Heute sind dagegen meist keine großräumigen Belastungsmuster mehr erkennbar. Die Metallgehalte sind über Bayern hinweg deutlich homogener und für viele Metalle niedriger. An einzelnen emissionsnahen Standorten, wie beispielsweise in der Nähe stark befahrener Straßen, können insbesondere bei verkehrsbedingten Metallen weiterhin erhöhte Gehalte auftreten.
Untersuchungsprogramm soll angepasst werden
Die Ergebnisse zeigen, dass die wesentlichen Verbesserungen bei den atmosphärischen Schwermetalleinträgen bereits in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurden. Gleichzeitig erschwert zunehmende Trockenheit die Untersuchung: An vielen Standorten sind die für das Monitoring erforderlichen Moose an den Bäumen nicht mehr oder nicht mehr in ausreichender Menge auffindbar.Da sich bei den meisten Metallen in den vergangenen Jahren kaum noch Trends zeigen, soll das Moosmonitoring zunächst ausgesetzt werden. Die Entwicklung der atmosphärischen Stoffeinträge überwacht das LfU im Sinne eines Frühwarnsystems weiterhin über Messungen an elf Dauerbeobachtungstationen.
» Weiterführende Informationen zum Moosmonitoring
» Weiterführende Informationen zu Schwermetallbelastungen der Luft
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt
