02.07.2026
Realitätscheck CCS: Kosten verschiedener Wertschöpfungsketten
Klar ist: Für Branchen wie die Zement- oder Chemieindustrie ist Carbon Capture and Storage, kurz CCS, ein zentraler Baustein, um trotz schwer vermeidbarer Prozessemissionen wettbewerbsfähig zu bleiben und klimaneutral zu werden.
Weniger klar sind die zukünftigen Kosten beim Einsatz von CCS für viele Unternehmen. Eine nun veröffentlichte Analyse von NRW.Energy4Climate bietet Orientierung und stellt erwartete Kosten für die Jahre 2030 bis 2035 dar.
Auf Basis einer Auswertung umfangreicher aktueller Literatur- und Projektdaten zeichnet sich eine Kostenbandbreite in Höhe von 220 bis 510 Euro pro Tonne CO2 ab. Das zeigt: Die Rentabilität von CCS-Projekten hängt auch stark von der Entwicklung der CO2-Zertifikatspreise im derzeit scharf diskutierten EU-Emissionshandel ab.
"Der Hochlauf einer CO2-Infrastruktur und die Projektumsetzung benötigen Vorlauf. Damit entsprechende Investitionsentscheidungen getroffen werden können, ist jetzt die politische Rückendeckung entscheidend. Dazu gehören strategische Leitplanken, die aktuell im Aktionsplan Carbon Management der Bundesregierung erarbeitet werden, aber auch passende Instrumente wie CO2-Differenzverträge, die Projekte in der Hochlaufphase u. a. gegen die noch bestehende Kostenlücke gegenüber den Zertifikatspreisen im EU ETS absichern", betont Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate.
Die Analyse bietet Unternehmen Orientierung und stellt die Kosten für die Jahre 2030 bis 2035 dar. Betrachtet und aufgeschlüsselt werden dabei u. a. die konkreten Kostenanteile für Abscheidung, Transport und Speicherung von CO2 sowie verschiedene Branchenbeispiele und Anwendungsfälle. Deutlich wird dabei, dass die zu erwartenden Preise unternehmensindividuell sein werden - abhängig vom Unternehmensstandort, der jeweils genutzten Technologie sowie der Transport- und Speicherart.
Im Vergleich zu Planungs- und Literaturwerten zeigen erste umgesetzte Beispielprojekte zudem bereits Abweichungen nach oben. Entscheidend für die zukünftige Kostenspannweite sind insbesondere die Entwicklungen beim Strompreis, bei den Baukosten, den regulatorischen Rahmenbedingungen sowie mögliche Technologieweiterentwicklungen. Die Mehrkosten bei Umlage auf die Endverbrauchenden hingegen liegen laut Analyse im Baubereich und bei Verpackungen bei maximal zwei Prozent.
Quelle: NRW.Energy4Climate
