04.05.2026
Von der Forschung zur Praxis: EU-Konferenz zu nachhaltigen Lebensmittelsystemen
Die EU hat sich ambitionierte Ziele für Landwirtschaft und Ernährung gesetzt: weniger Pestizide, mehr Ökolandbau, deutlich geringere Emissionen. Doch wie lassen sich diese Ziele wirksam umsetzen?
Antworten liefern zwei EU-Forschungsprojekte auf ihrer gemeinsamen Abschlusskonferenz am 16. Juni 2026 in Brüssel. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) forschte im Projekt VISIONARY an der Steuerung von Lebensmittelsystemen, an Wertschöpfungsketten für Hülsenfrüchte und an Anreizsystemen für die Förderung von Biodiversität in der Landwirtschaft.
Unter dem Motto "From Research to Action" präsentieren die EU-Projekte VISIONARY und ENFASYS die wichtigsten Erkenntnisse aus vier Jahren Forschung. Im Zentrum stand dabei die Frage, welche Maßnahmen entlang der gesamten Lebensmittelkette wirken - von der Produktion über den Handel bis zum Konsum - und welche Anreize nachhaltiges Verhalten tatsächlich fördern.
Die Herausforderung ist enorm: Rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen steht im Zusammenhang mit der Lebensmittelproduktion - zugleich beeinflusst sie Biodiversität, Böden und Wasserressourcen erheblich. Trotz ambitionierter Ziele zeigt die Forschung, dass viele politische Instrumente in der Praxis bislang nur begrenzt Wirkung entfalten.
Forschung trifft Politik
In einer Mischung aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und interaktiven Breakout-Sessions bietet die Konferenz evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für Politik und Handel sowie Einblicke in konkrete, EU-übergreifende Interventionen der Projekte - etwa zur Ausgestaltung wirksamer CO2-Bepreisung, zur Wirkung von Klima-Labels auf Biodiversität oder zur Frage, wie Konsumenten im Supermarkt stärker zu pflanzlichen Alternativen greifen können.
Die Konferenz versteht sich als Plattform, um die Lücke zwischen Forschung und politischer Umsetzung zu schließen und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung europäischer Nachhaltigkeitspolitik zu setzen. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, sie findet am 16. Juni 2026 in Vlaamse Overheid (Brüssel) und online statt
Über VISIONARY
VISIONARY ist ein EU-gefördertes Forschungsprojekt, das über vier Jahre hinweg untersucht hat, wie nachhaltige Transformationen entlang der Lebensmittelkette gestaltet werden können. Beteiligt waren zwölf Forschungseinrichtungen und NGOs aus acht europäischen Ländern. Deutsche Projektpartner sind das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), das ZALF (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung) sowie der Global Nature Fund.
Das ZALF im Projekt VISIONARY
Forschende des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) brachten Fachwissen in den Bereichen Systemansätze, Verhaltens- und Experimentelle Ökonomie sowie Politikanalyse zur Steuerung von Lebensmittelsystemen in das VISIONARY-Projekt ein. Insbesondere steuerte das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) seine Expertise zu institutionellen Hürden und Hebeln in Wertschöpfungsketten von Hülsenfrüchten zu VISIONARY bei.
Zudem untersuchten Forschende des ZALF, wie ein Label, das Biodiversitätsleistungen in der Landwirtschaft sichtbar machen soll, institutionell ausgestaltet werden kann. Der Label-Ansatz könnte Anreize für die Teilnahme von Landwirten an naturschutzfördernden Maßnahmen schaffen.
Über ENFASYS
ENFASYS ist ein EU-gefördertes Forschungsprojekt zur Transformation von Ernährungssystemen hin zu mehr Nachhaltigkeit. Im Fokus steht die Entwicklung und Bewertung politischer Maßnahmen, die nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster fördern. Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen für politische Entscheidungsträger bereitzustellen und die Umsetzung nachhaltiger Ernährungssysteme in Europa zu beschleunigen.
» Weiter Informationen und Anmeldung
Quelle: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)
