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05.12.2022

01.02.2022

Insektenprotein als Tierfutter erschließen

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Die nachhaltige und resiliente Kultivierung von Insekten für den innovativen Einsatz in der Futter- und Lebensmittelherstellung ist Ziel des Projekts reKultI4Food unter Koordination des FiBL Deutschland. Untersucht werden die Nährstoffverwertung und Nährstoffbedürfnisse von Insekten, die Verwertung von Rest- und Nebenströmen der Lebensmittelproduktion und Einsatzmöglichkeiten in der Aquakultur. Zudem werden die mikrobiellen Risiken bewertet.

Hochwertige tierische Proteine können in der Schweine- und Geflügelfütterung sowie in der Aquakultur nur schwer durch pflanzliche Proteine ersetzt werden. Der Einsatz von Insektenprotein könnte die Nachhaltigkeit der Nutztierhaltung signifikant verbessern - insbesondere, wenn die Erzeugung des Insektenproteins auf Neben- und Restströmen aus der Lebensmittelproduktion erfolgt. Auch lassen sich dadurch Lücken in Nährstoffkreisläufen schließen.

Bislang gestaltet sich eine wirtschaftliche Produktion von Insektenprotein jedoch schwierig, da die Produktions- und Aufbereitungsverfahren für Insektenprotein noch nicht mit konventionellen Proteinfuttermitteln wie Fischmehl oder Soja konkurrieren können. Zudem ist das Mehrwert-Potenzial der Insekteninhaltsstoffe bisher kaum ausgeschöpft. Ein eben gestartetes Projekt will hier Abhilfe schaffen.

Das Projekt "Nachhaltige und resiliente Kultivierung von Insekten für den innovativen Einsatz in der Futter- und Lebensmittelherstellung" (reKultI4Food) will dazu beitragen, zukünftige Proteindefizite zu minimieren, die Nachhaltigkeit der Nahrungsmittelproduktion zu verbessern sowie die wirtschaftliche Rentabilität von Insektenprotein zu erhöhen. Im Fokus steht die für Futter- und Lebensmittelproduktion vielversprechende Schwarze Soldatenfliege (Hermetia illucens).

Neben einem besseren Verständnis der Nährstoffverwertung und Nährstoffbedürfnisse der Insektenlarven, geht es den Wissenschaftlern im Projekt darum, zu klären, wie eine nachhaltige Insektenproduktion durch die Verwertung von Neben- und Restströmen der Lebensmittelproduktion verbessert werden kann. Welche mikrobiologischen Kenngrößen gilt es hier zu identifizieren, die im Hinblick auf die Produktion von Insektenprotein für Verbraucher und Behörden relevant sind? In einem abschließenden Praxisversuch wird Insektenprotein in der Aquakultur (Garnelen) verfüttert und evaluiert.

In diesem, vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) koordinierten Projekt arbeiten Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen: AGRAVIS Raiffeisen AG, CrustaNova GmbH, Evonik Operations GmbH, Hermetia Baruth GmbH, Südzucker AG und das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB). Das ATB forscht seit Jahren zum Thema "Alternative Bioressourcen" und bringt seine umfangreiche Expertise in die Projektzusammenarbeit ein.

Quelle: Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB)