12.02.2020

Frankreich verbietet Lebensmittel mit Titandioxid für ein Jahr



In Frankreich dürfen seit 1. Januar 2020 keine Lebensmittel mit dem Zusatzstoff Titandioxid in Umlauf gebracht werden. Das Verbot für den Zusatzstoff, der sich unter anderem in Kaugummi findet, gilt vorerst für ein Jahr. Frankreich stützt sich bei seinem Entscheid auf ein Gutachten der französischen Risikobeurteilungsbehörde Anses.

Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kam zusammen mit der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) zum Schluss, dass die Studien, auf welche sich Frankreich stützt, noch zu wenig begründete Kenntnisse liefern. Zwar kommt auch Frankreich zu diesem Schluss, möchte jedoch vorsorglich für ein Jahr auf Titandioxid verzichten.

Die EFSA hatte 2016 zur oralen Aufnahme von Titandioxid bekannt gegeben, dass nach den bis dahin verfügbaren Daten keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken für Konsumenten vorliegen. Voraussichtlich Mitte 2020 werden weiterführende Studien verfügbar sein. Aufgrund dieser Faktenlage und der baldigen Resultate ist ein Verbot von Titandioxid in der Schweiz nicht gerechtfertigt.

Titandioxid ist als Zusatzstoff (Farbstoff, E171) zugelassen und kann als weisses Farbpigment unter anderem in Süßwaren und Überzügen verwendet werden. Dabei ist die hohe Leucht- und Deckkraft des Weißpigments von Nutzen.

» Stellungnahme der EFSA

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)