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Das Online-Labormagazin
22.09.2020

10.09.2020

Neues Forschungsprojekt zu sich selbst abbauenden Kunststoffen



Kunststoffe erfüllen in praktisch jeder modernen Technologie unersetzliche Funktionen. Damit stellt sich die Frage, wie bei einer Freisetzung in die Umwelt verhindert werden kann, dass sie über Jahrzehnte bestehen bleiben und beispielsweise in Form von Mikroplastik bis in Organismen gelangen. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Forschung an der Universität Konstanz zu Werkstoffen, die ihren Abbau in der Umwelt selbst anregen.

Im Forschungsprojekt "Intelligente nicht-persistente Polyethylen-artige Werkstoffe (INPEW)" untersuchen Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Chemie und Biologie der Universität Konstanz unter Federführung des Chemikers Prof. Dr. Stefan Mecking, ob und wie abbaubare Werkstoffe möglich sind. Dafür werden sie ab Januar 2021 über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren von der Carl-Zeiss-Stiftung im Rahmen des Programms "Perspektiven" mit rund zwei Millionen Euro gefördert.

Ziel des Programms "Perspektiven 2019" ist, die Erforschung, Weiterentwicklung und Nutzung intelligenter Materialien zu stärken. Gefördert wird an der Universität Konstanz eine Kooperation der Arbeitsgruppen für Chemische Materialwissenschaft von Prof. Dr. Stefan Mecking, für Physikalische Chemie von Prof. Dr. Helmut Cölfen sowie für Limnische Mikrobiologie von Prof. Dr. David Schleheck.

Die Wissenschaftler verfolgen das Konzept von intelligenten Werkstoffen mit eingelagerten Mikrophasen, die in Süßgewässern oder im Meer eine Besiedelung durch natürliche Mikroorganismen fördern und dadurch schlussendlich ihren vollständigen Abbau auslösen. Dieses untersuchen sie anhand von Polyethylen, dem weltweit meistgenutzten Kunststoff. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzeptes für intelligente Werkstoffe, die kristallin und mechanisch widerstandsfähig sind, sich aber in der Umwelt, speziell im Meer und in Süßgewässern, abbauen.

Quelle: Universität Konstanz