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03.02.2023

05.10.2018

Instabilität von Chromosomen und deren Folgen untersuchen

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Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) letzte Woche bekannt gegeben hat, fördert sie die neue Forschungsgruppe 2800 "Chromosomen-Instabilität: Wechselwirkungen von DNA-Replikationsstress und mitotischer Fehlfunktion" für drei Jahre mit 2,4 Millionen Euro. Sprecher der Gruppe ist Professor Dr. Holger Bastians, Leiter der Arbeitsgruppe "Zelluläre Onkologie" am Institut für Molekulare Onkologie der Universitätsmedizin in Göttingen. Mit Professorin Dr. Zuzana Storchova (Molekulare Genetik) und Dr. Markus Räschle (Biotechnologie und Systembiologie) sind auch zwei Arbeitsgruppen der Technischen Universität Kaiserslautern beteiligt.

In dem neuen Vorhaben geht es um die Instabilität von Chromosomen. Diese bestehen aus DNA, auf der die Gene codiert sind. Kommt es bei Chromosomen zu Veränderungen können verschiedene Fehlbildungen oder Krankheiten wie Krebs die Folge sein. Die molekularen Mechanismen von Chromosomen-Mutationen möchte die Forschungsgruppe besser verstehen, um auf diese Weise auch neue Therapieansätze zu finden.

Die Anzahl der Chromosomen steht im Fokus der Arbeiten des Teams um Professorin Storchová. In gesunden Zellen gibt es einen doppelten Chromosomensatz mit 23 Paaren, was insgesamt 46 Chromosomen entspricht. Ausnahme bilden hier Keimzellen, bei denen die Chromosomen jeweils nur einmal vorkommen. Krebszellen hingegen besitzen unterschiedliche Chromosomenzahlen. Dies kann von 30 bis über 100 variieren. Hinzu kommt, dass ihre Struktur häufig auch verändert ist. Wie und warum solche Änderungen entstehen, hat die Forschung bislang nur teilweise verstanden.

Das Team wird ein neues Modell mit menschlichen Zelllinien entwickeln, bei dem bestimmte Chromosomen zum Beispiel mehrfach vorhanden sind. Mithilfe des Modells kann es im Anschluss untersuchen, wie die Veränderung der Chromosomen-Anzahl die Verdoppelung der DNA beeinflussen, zu der es bei der Zellteilung kommt. Außerdem wird die Gruppe von Markus Räschle wird der Frage nachgehen, welche Proteine bei der Reparatur von Chromosomen-Schäden eine Rolle spielen.

Quelle: Universität Kaiserslautern