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28.06.2022

24.01.2018

Polymere aus Bor produzieren

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Plastiktüten aus Polyethylen, Verpackungen aus Styropor, Pfannen mit Teflon-Beschichtung: Der Alltag steckt voller Polymere. Chemiker verstehen darunter sehr lange, kettenförmige Moleküle, deren Grundgerüst fast immer aus Kohlenstoff-Atomen, manchmal auch aus Silicium-Atomen besteht. Andere Typen von synthetischen Polymeren sind äußerst selten.

An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) will das Team um Chemieprofessor Holger Braunschweig nun Polymere herstellen, die aus einer Kette von Bor-Atomen bestehen. Denn rein theoretisch sollten Bor-Polymere sehr ungewöhnliche und nützliche Eigenschaften haben - zum Beispiel eine vielfach höhere elektrische Leitfähigkeit als andere Polymere, wie sie in Materialien für die organische Elektronik zum Einsatz kommen.

Antrag bei der DFG hatte Erfolg

Für sein Vorhaben hat Holger Braunschweig einen Förderantrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gestellt - mit Erfolg: Er erhält rund 1,5 Millionen Euro aus dem Reinhart-Koselleck-Programm der DFG. In dieser Förderlinie werden besonders innovative und risikoreiche Projekte unterstützt.

Mit dem Geld will der Professor nun effiziente Synthesestrategien für Bor-Polymere entwickeln. Dabei gilt es vor allem zu verhindern, dass sich die Bor-Ketten in sich selbst verknäueln - denn genau dazu neigt das Element Bor ganz besonders. Das Forschungsteam hat gleich fünf Strategien erarbeitet, mit denen sich das Ziel erreichen lassen sollte. Im Erfolgsfall kommt dabei eine grundlegend neue Materialklasse heraus, deren Anwendungsmöglichkeiten vielleicht noch weitaus größer sind, als man heute denkt.

Als Bor-Experte weltweit anerkannt

Im Reinhard-Koselleck-Programm fördert die DFG ausschließlich Personen, die herausragende wissenschaftliche Leistungen vorweisen können. Holger Braunschweig gilt weltweit als Experte für das Element Bor. Er hat schon einige grundlegende Durchbrüche erreicht - unter anderem wurde in seinem Labor erstmals eine chemische Dreifachbindung zwischen Bor-Atomen realisiert.

Für seine Arbeit wurde Braunschweig von der Europäischen Union schon mit zwei ERC Advanced Grants in Höhe von jeweils 2,5 Millionen Euro ausgezeichnet. 2009 bekam er außerdem einen der Leibniz-Preise der DFG, ebenfalls dotiert mit 2,5 Millionen Euro.

Quelle: Universität Würzburg