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Das Online-Labormagazin
23.10.2020

02.07.2018

Cyanobakterien ergänzen das Portfolio der Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen



Das Leibniz-Institut DSMZ, die Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen und eines der größten und vielfältigsten Bioressourcenzentren der Welt, erweitert seine Sammlung um die Cyanobakterien. Die DSMZ schließt damit eine Lücke in ihrem Angebot biologischer Ressourcen für Wissenschaft und Forschung. Zum Start wurde eine große Sammlung mariner Cyanobakterien aus den Niederlanden übernommen, von denen bereits über 100 Stämme öffentlich angeboten werden. Der Bestand wird in den nächsten Jahren deutlich anwachsen. Dabei wird sich die DSMZ am Bedarf der wissenschaftlichen Gemeinschaft orientieren. "Unser Ziel ist es, eine Sammlung zu etablieren, die sowohl eine große taxonomische Breite als auch eine große physiologische Vielfalt abdeckt und Organismen und aus verschiedenen Habitaten umfasst", so Kurator Heinz-Martin Schumacher von der DSMZ.

Wissenschaftler können an der DSMZ ab sofort nicht nur Cyanobakterien für ihre Forschungsprojekte erwerben, sondern auch Stämme dieser Organismengruppe hinterlegen. Hinterlegte Stämme werden an der DSMZ in flüssigem Stickstoff konserviert und auf diese Weise dauerhaft in lebensfähigem, genetisch stabilem Zustand bewahrt und anderen Wissenschaftlern verfügbar gemacht. Neben der kostenlosen Hinterlegung in der öffentlichen Sammlung bietet die DSMZ gegen eine Gebühr auch Sicherheits- und Patenthinterlegungen an.

Cyanobakterien zählen zu den ältesten Lebensformen überhaupt und bilden eine große Gruppe sehr verschiedenartiger Bakterien. Sie kommen in den unterschiedlichsten Lebensräumen vor und sind von großer ökologischer Bedeutung. Cyanobakterien nutzen das Sonnenlicht als Energiequelle und waren die ersten "lebenden Solarzellen". Ihre Erfindung der Photosynthese haben sie an Pflanzen weitervererbt. Die Biomasseproduktion durch Photosynthese macht Cyanobakterien zu vielversprechenden Energielieferanten und ihre Fähigkeit, Stickstoff zu fixieren, erlaubt eine Verwendung als Bio-Dünger. Traditionell werden Cyanobakterien, wie etwa Spirulina, als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Sie sind aber auch von biotechnologischem Interesse, etwa in der Produktion von bioaktiven Verbindungen. So wurden aus verschiedenen Cyanobakterien Dolastatine gewonnen, aus denen neue Krebsmedikamente entwickelt werden konnten.

Die vielfältigen Eigenschaften der Cyanobakterien machen sie zu einem gefragten Forschungsobjekt. Dieser Tatsache trägt die DSMZ mit der Erweiterung ihrer Sammlung Rechnung.

» Übersicht der aktuell in der Sammlung verfügbaren Cyanobakterien

Quelle: Leibniz Institut DSMZ