Analytik NEWS
Das Online-Labormagazin
05.02.2023


Thema: Nachträgliche Aussagekraft (Diagnostik / Erreger) anhand der Auswahl der POCT-Blutwerte

Autor(in): anonym am 09.12.2022 um 16:20:20

Hallo in die Runde! Ich habe eine Frage an die Profis von der Intensivstation / Labordiagnostik und wäre euch wahnsinnig dankbar für Antworten oder Anregungen, wo ich mich schlau machen kann...

Auf dem Datenblatt den am POCT erhobenen Daten des Intensivstation-Aufenthalts unserer Freundin aus den zwei schweren Nächten künstlichen Komas wegen einer Mediastinitis, die auch beginnend mit dem dritten Tag auf der Intensivstation mit Meropenem erfolgreich von den Ärzten behandelt werden konnte, ohne dass man eine Gewebeprobe (wie in den Leitlinien vorgesehen) des Mediastinums genommen hatte, wurden in dieser Reihenfolge folgende Blutparameter gecheckt:

pH / pCO2 / pO2 / BE/Std. / Kalium / Natrium / Calcium / Chlorid / CO-Hb / Met-Hb / Hämoglobin / HKt ber. / Glucose / Laktat / Bicarb./Std / Bicarb./akt / cSO2 /

Es besteht der Verdacht, dass die Ursache der Mediastinitis eine durch Novalgin ausgelöste Agranulozytose auf der Serosa war.

Das Novalgin hätte als Teil eines Schmerzmittelcocktails zusammen mit Voltaren Dispers in Wasser aufgelöst durch eine vorher unerkannt gebliebene Ösophagusruptur ins Mediastinum eindringen können.

Meine Fragen:
- Kann man aus der reinen Art der spezifischen Zusammenstellung der am POCT erhobenen Blutwerte den Rückschluss ziehen, dass man genau wusste, welche Art der Infektion des Mediastinums vorliegen musste, nämlich wie in diesem Fall einer medikamentenbedingten Agranulozytose?

- Spräche in diesem Fall auch die Wahl und Dosierung (3 x 2g Meropenem) des Antibiotikums selbst dafür, dass man ärzteseits von einer Agranulozytose im Mediastinum ausging?

Freue mich sehr über jeden Hinweis (auch Literatur, Links etc.) wo ich Antworten finden könnte... Danke!!

» Antwort verfassen