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Das Online-Labormagazin
18.01.2021

10.12.2020

Spirulina, Afa und Chlorella - keine zuverlässigen Vitamin B12-Quellen

Dr. Christiane Lerch, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart

Tobias Morlock, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg

Verena Bock, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe



Sowohl die vegane als auch die vegetarische Ernährung wird in der westlichen Welt immer beliebter. Der Anteil der Menschen, die sich vegan ernähren, d. h. neben Fleisch und Fisch auch auf sämtliche Produkte tierischen Ursprungs verzichten, hat in den letzten Jahren auch in Deutschland zugenommen. Die drei wichtigsten Motive für eine vegane Ernährung sind Berichte über Massentierhaltung, Klimaschutzgründe und gesundheitliche Aspekte.

Nachteil einer rein pflanzlichen Ernährung ist, dass eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich ist. Der kritischste Nährstoff - ganz besonders für Veganer - ist das Vitamin B12. Im Handel und insbesondere im Internet wird bei vielen - z. T. als "Nahrungsergänzungsmittel" bezeichneten - Spirulina-, Afa (Aphanizomemon flos-aquae)- und Chlorella-Erzeugnissen auf einen Gehalt an Vitamin B12 hingewiesen. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass meist viel höhere Gehalte angegeben werden, als die Produkte tatsächlich enthalten. Spirulina, Afa und Chlorella sind deshalb keine sicheren Quellen für die Zufuhr von Vitamin B12!

Bedeutung von Vitamin B12 im Stoffwechsel des Menschen

Als Vitamin B12 werden verschiedene wasserlösliche Verbindungen zusammengefasst, die ein Cobalt-Atom als Zentralatom enthalten, wovon sich die Bezeichnung " Cobalamine" ableitet. Vitamin B12 ist für den Menschen lebensnotwendig. Es ist am Stoffwechsel von Fettsäuren und Aminosäuren beteiligt, bedeutsam für die Blutbildung, die Nervenfunktion sowie die Zellteilung und zudem in den Folsäure- und Homocysteinstoffwechsel eingebunden.

Damit Vitamin B12 vom Körper aufgenommen werden kann, muss es zu-nächst an ein im Magen gebildetes Eiweiß - den so genannten " Intrinsic Factor" - gebunden werden und kann erst dadurch im Dünndarm resorbiert werden. Daher treten Mangelerscheinungen häufig bei Erkrankungen der Magenschleimhaut auf.


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