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11.08.2022

30.04.2020

In 4 Schritten zum "nachhaltigen Labor"

Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt , NIUB - Nachhaltigkeitsberatung

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Das Thema "Green Lab" kam im Jahr 2019 in Zeiten von Fridays for future und Scientists for future immer mehr in den Fokus. Wir vermeiden Plastik, kommen mit dem Fahrrad zur Arbeit und achten auch sonst auf unseren CO2-Fußabdruck. Aber wie sieht das eigentlich im Labor aus?

Der Energie- und Ressourcenverbrauch im Labor ist hoch: allein ein einziger Tiefkühlschrank verbraucht so viel Energie wie ein Einfamilienhaus. Und es gibt in jedem Labor Großgeräte, wie Autoklaven oder Brutschränke, aber auch die vielen kleinen Geräte, wie PCR-Cycler, Wasserbäder, Kühlzentrifugen und so weiter. Eine Studie aus Kalifornien schätzt den Energieverbrauch der Laborgeräte (ohne die Abzüge) in den Forschungslaboratorien auf 800 GWh/Jahr [1]. Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von 230.000 Haushalten pro Jahr bzw. einer mittleren Großstadt wie Freiburg.

In Bezug auf die Ressource Wasser sieht es ähnlich aus: ein Laborgebäude ver-braucht 3- bis 5-mal so viel Wasser wie ein normales Bürogebäude. Laborwas-ser muss, je nach Anwendung, eine sehr hohe Reinheit aufweisen und auch für diesen Aufbereitungsprozess werden Wasser, Energie und Verbrauchsmateri-alien benötigt [2, 3].

Für den routinemäßigen Laborbetrieb benötigt man schließlich eine Vielzahl von Laborchemikalien, Lösungsmittel und Verbrauchsmaterialien. Unter #Labwasteday posten Forscher aus aller Welt zum Beispiel, wieviel Plastik sie an einem Tag verbrauchen. Eine Studie aus dem Jahr 2014 schätzt den Verbrauch an Kunststoffen in den Laboren weltweit auf 5,5 Millionen Tonnen [4]. Das ist 550-mal das Gewicht des Eiffelturms [5] oder die Gesamttonnage von 67 Kreuz-fahrtschiffen [4]. Hier stellt sich zurecht die Frage, wie Plastik im Labor sinnvoll vermieden oder dessen Einsatz verrin-gert werden kann. Manche Universität will es in den nächsten Jahren gar ganz verbannen [6, 7].


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