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18.08.2022

06.01.2022

Wie wird das Jahr 2022?

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Was bringt 2022?
Wie wird das Jahr 2022? (Pixabay [CCO])
Rückblicke auf das vergangene und Prognosen für das neue Jahr haben meistens den gleichen Aufbau. Wir listen bevorzugt das auf, was im vergangenen Jahr schlecht gelaufen ist. Dann stellen wir ein paar Vorsätze zusammen, die wir ab dem 1. Januar umsetzen wollen. Und am Ende wünschen wir uns Dinge, die im neuen Jahr passieren sollen. Aber am Ende kommt doch immer alles anders als man denkt...

Es ist eigentlich jedem klar, dass die meisten guten Vorsätze schon nach wenigen Wochen im neuen Jahr vergessen sind und wir in die alten Muster zurückfallen. Das hat jeder von uns schon vielfach erlebt.

Daher plädiere ich dafür, Dinge sofort zu ändern, wenn man für sich eine bessere Lösung gefunden hat und einen echten inneren Antrieb hat, das auch durchzuziehen. Auch wenn es vielleicht mal unbequem wird. Das klappt natürlich besser im privaten Umfeld als im Beruf, weil man dort Entscheidungen oft nicht alleine Treffen, sondern im Team und mit Vorgesetzten abstimmen muss. Aber so optimiert man kontinuierlich Prozesse und Gewohnheiten und nimmt sich den Druck, alles auf einmal im neuen Jahr anzugehen.

Die Motivation für nachhaltige Veränderungen muss unseren innersten Überzeugungen entspringen, nur dann haben sie eine Chance auf Dauerhaftigkeit. Wenn wir uns richtig über etwas ärgern oder total von einer Sache überzeugt sind, dann sollten wir sofort versuchen es zu ändern, weil in diesem Moment die Motivation dafür am größten ist. Dann haben wir beim nächsten Jahresrückblick weniger Dinge zu berichten, über die wir uns ärgern, weil wir sie immer noch vor uns herschieben.

Von den vielen Zitaten zum Jahreswechsel und zur Zukunft ist das folgende von Albert Einstein eines meiner Favoriten:

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
Albert Einstein (1879-1955)

Mich interessiert beruflich aktuell am meisten, wie es mit Fachmessen in diesem Jahr weitergeht. Die ACHEMA wurde ja schon wieder vom April in den August verschoben. Allen Ausstellern wurde so kurz vor Weihnachten die komplette Jahresplanung umgeworfen und auch für jeden Veranstalter bedeutet das einen enormen finanziellen und personellen Zusatzaufwand. Und wie werden die Hygiene-Regeln sein und wie viele internationalen Besucher werden bei den unsicheren Rahmenbedingungen überhaupt kommen?

Die analytica ist nach einem virtuellen Intermezzo im letzten Jahr diesmal für Ende Juni geplant. Es ist eine glückliche Fügung, dass der übliche März/April-Termin wegen einer anderen Messe diesmal nicht möglich war, denn der wäre bei der aktuellen Unsicherheit wohl nicht zu halten gewesen. Aber wird sie wirklich stattfinden und vor allem wie? Wie viele Aussteller kommen nicht und welchen Schwund bei Besucherzahl muss man befürchten?

Die nächste relevante Messe für uns ist die LAB-SUPPLY Frankfurt im März. Hier gilt Stand heute 2G+, wobei Geboostete keinen Test vorlegen müssen. Aber werden die Vorgaben so bleiben oder wird die Veranstaltung nicht auch wieder verschoben werden müssen wie in den beiden letzten Jahren? Niemand weiß es!

Daher können wir auch 2022 nur in mehreren Szenarien planen. Was machen wir bei einer Absage oder einer Verschiebung von Messen? Oder sagen wir von vorneherein, dass wir in diesem Jahr bestimmte Veranstaltungen gar nicht erst buchen, so wie im letzten Jahr? Und finden wir überhaupt noch einen Messebauer, denn viele haben in den vergangenen 2 Jahren die Segel gestrichen oder sich anders orientiert.

Abschließend daher mein ganz persönlicher Wunsch für 2022: Ich will wieder mehr Planungssicherheit haben! Aber die wird es wohl frühestens 2023 wieder geben.

Autor: Dr. Torsten Beyer


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