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Das Online-Labormagazin
28.09.2020

03.09.2020

Wandel als Chance


Geht nicht, gibts nicht!
Pixabay [CCO]
Den Ausdruck "disruptive Veränderungen" gebraucht man gerne für die grundlegenden Umwälzungen, die unter anderem die Globalisierung und die Digitalisierung ausgelöst haben und ständig noch weiter auslösen. Wörtlich übersetzt bedeutet disruptiv "ein Gleichgewicht oder System zerstörend".

Eine technische Innovation wie beispielsweise die Erfindung des Smartphones brachte uns offensichtlich so viele Vorteile, dass wir unser Leben gerne freiwillig geändert haben, weil wir nun plötzlich überall erreichbar sind, eine Kamera dabei habe und von überall im Internet surfen und über soziale Medien interagieren können.

Solche Brüche läuten das Aus für Unternehmen oder vielleicht sogar ganze Industriebereiche ein, deren Produkte plötzlich nicht mehr gefragt sind und die den aktuellen Wandel verpasst oder einfach ignoriert haben. Schwieriger sind Disruptionen, die wir selbst herbeiführen wie eine neue berufliche Orientierung oder ein Umzug, weil das Ergebnis nicht zwingend eine Verbesserung bringen muss. Daher scheuen viele Menschen solche Schritte und das damit verbundene Risiko. Andere hingegen brauchen regelmäßig einen "Tapetenwechsel" und sind nie länger als 5 Jahre im gleichen Job.

Das große Problem an COVID-19 ist, dass hier im Prinzip jedem viele Dinge aufgezwungen wurden, die er so nicht wollte oder niemals erwartet hätte. Wir hatten keine Wahl: Messen wie die analytica wurden erst verschoben und dann ganz abgesagt, Büros wurden geschlossen und alle Mitarbeiter arbeiteten im Homeoffice, Außendienstbesuche konnten plötzlich nicht mehr durchgeführt werden oder man musste 14 Tage in Quarantäne, weil man zur falschen Zeit der falschen Person begegnet ist. Jeden Einzelnen können natürlich immer und unverhofft Schicksalsschläge treffen, aber COVID-19 betrifft global alle Menschen in irgendeiner Weise.

Wie kann man sich diesem Wandel stellen und für die Zukunft positive Veränderungen herbeiführen? Zu glauben, dass die "alten Zeiten" wiederkommen, hat schon in der Vergangenheit selten funktioniert! Wir haben gelernt, dass Homeoffice jetzt doch an viel mehr Stellen möglich ist als vorher gedacht oder von den Arbeitgebern zugelassen wurde. Tagungen und Messen finden nun teils virtuell oder als "Hybrid"-Veranstaltung statt. Wobei sich hier die Frage stellt, ob sich solche Formate dauerhaft etablieren können, denn meiner Meinung nach ersetzen sie nicht den persönlichen Kontakt und sind aktuell eher Notlösungen oder Strohhalme, an die sich die Veranstalter klammern.

Außendienstbesuche könnten teilweise durch virtuelle Chats und Video-Konferenzen auf moderneren und interaktiven Firmen-Webseiten ersetzt werden. Das spart Zeit und Reisekosten! Und wenn die Webseite dann noch für Suchmaschinen optimiert ist, macht das die Unternehmen weniger abhängig von Messen und Außendienstbesuchen. Jetzt hat jeder die Chance, bestimmte Hausaufgaben anzugehen, um nicht von anderen rechts und links überholt zu werden!

Was letztlich übrig bleiben wird nach COVID-19, weiß niemand. Die einzige Gewissheit ist, dass Vieles nicht mehr so wird wie davor. Aber ist das wirklich so schlimm? Manches kann sicher besser gelöst werden, auch wenn Veränderungen immer anstrengend sind. Erst recht, wenn sie einem über Nacht aufgezwungen werden.

Der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking, der trotz seiner schweren Behinderung ein außergewöhnlich produktives und langes Leben gelebt hat, hat die besondere Herausforderung bei Umbrüchen wie folgt auf den Punkt gebracht:

Intelligenz ist die Fähigkeit, sich dem Wandel anzupassen.
Stephen Hawking (1942-2018)

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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