27.02.2020

Auf den Punkt bringen, bitte!


Auf den Punkt gebracht
Pixabay [CCO]
Eine der wesentlichsten Veränderung im Digitalzeitalter sind die ungeheuren Informationsmengen, die heute jeden Tag auf uns einprasseln. Zu den klassischen Quellen kommen die Sozialen Medien und die schier unendlichen Datenmengen, die über Suchmaschinen zugänglich sind.

Das ist beispielsweise für die Forschung und die Vernetzung von Wissen und Wissenschaftlern weltweit natürlich eine riesige Chance. Die Kehrseite der Medaille verbinden wir mit Stichworten wie "Fake News", "Fake Conferences", Verschwörungstheorien, irreführende Werbung und Lobbyismus, mit denen unsere Meinungsbildung bewusst manipuliert oder zumindest ständig erschwert und infrage gestellt wird.

Pro Minute werden nach Angaben von Statista 3,8 Millionen Suchanfragen an Google gestellt, 41 Millionen Nachrichten über Messenger-Dienste wie WhatsApp gesendet und 188 Millionen E-Mails verschickt. Das alles gab es vor wenigen Jahren so noch nicht und wir müssen den Umgang damit wohl noch viel besser lernen als das bis jetzt der Fall ist. Das passiert dann unter den Schlagworten "Informationskompetenz", "Medienkompetenz" oder noch allgemeiner "Digitale Kompetenz", die noch nicht in ausreichendem Umfang in der Gesellschaft vorhanden ist.

Daher ist es wichtiger denn je, Informationen vor der Weitergabe und Verbreitung zu validieren, soweit das überhaupt möglich ist, und lieber einmal mehr zu recherchieren, ob die Information wirklich stimmt. Dabei hilft oft eine Bewertung der Quelle oder die Meinung von fachkundigen Personen, die man im Netz findet. Leider kann heute jeder alles veröffentlichen und sich als Experte für bestimmte Themen inszenieren, der er bei genauerer Betrachtung aber gar nicht ist.

Detaillierte Prüfungen von Informationen sind insbesondere in den Leitungsebenen von Unternehmen oder in der Politik eminent wichtig, da die Entscheidungsträger oft nicht die Zeit und manchmal auch gar nicht die Kompetenz haben, einen Sachverhalt bis ins letzte Detail beurteilen zu können. Da kommt es auf gute Mit- und Zuarbeiter oder gleich ein ganzes Team an, das möglichst objektive Fakten in kompakter und verständlicher Form zusammenträgt, um überhaupt erst eine Basis für qualifizierte Entscheidungen zu legen.

Einen schönen Leitsatz dazu hat schon der ehemalige US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhauer lange vor der Digitalisierung formuliert. Würden sich heute mehr Leute daran halten, gäbe es sicher weniger Fehlurteile und falsche Behauptungen:

Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefasst werden kann, ist weder durchdacht, noch entscheidungsreif.
Dwight D. Eisenhower (1890-1969)

» Statista: Das passiert in einer Minute im Internet (2019)

» Wikipedia: Digitale Kompetenz

» Mehr über Dwight D. Eisenhower

Autor: Dr. Torsten Beyer


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