02.01.2020

Wie sind Ihre Vorsätze für 2020?


Vorsätze für 2020
Quelle: statista [CC BY-ND]
Es ist gute Sitte, an Silvester das ablaufende Jahr Revue passieren zu lassen und für das kommende gute Vorsätze zu fassen. Liest man sich die einschlägigen Umfragen durch, so ist die Hitliste der guten Vorsätze immer relativ ähnlich und enthält Klassiker wie "mehr Sport treiben", "abnehmen" oder "mit dem Rauchen aufhören".

Schaut man sich die aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts statista an, so tauchen diese drei Vorsätze wie immer in den letzten Jahren auf den vorderen Plätzen auf. Was in diesem Jahr neu ist, ist auf Platz 2 der Wunsch "weniger Zeit in sozialen Medien verbringen".

Die zu Ende gehenden 2010er Jahre kann man auch das Jahrzehnt der Sozialen Medien bezeichnen, weil sich in dieser Dekade fast jeder ein Smartphone zugelegt hat und die Internet-Flatrates immer billiger wurden.

Wenn man in der Öffentlichkeit unterwegs ist und sich etwas umschaut, kann man das durchaus verstehen: Immer mehr Menschen machen sich zu Sklaven ihres Smartphones, sind immer und überall für jeden zu erreichen. Sie müssen ständig nachsehen, wenn eine neue Nachricht ankommt und diese am besten auch noch sofort beantworten, ansonsten kommt gleich eine Nachfrage, warum man denn nicht antwortet. Da bleibt keine Chance, sich mal länger auf eine Sache zu konzentrieren ohne entsprechende Disziplin. Jugendliche kennen den Alltag ja gar nicht mehr anders - mit vielen negativen Folgen, was die Konzentration und das Lernen angeht.

"Digital Detox" heißt der neue Fachterminus dafür, in Schweden wurde ein simpler Karton zum Deponieren des Smartphones als Geschenk des Jahres 2019 gewählt. Kann man übrigens auch ganz leicht selbst bauen ...

Dass sich immer mehr Menschen nach "mobilen Auszeiten" sehnen, kann einen daher nicht verwundern. Letztlich ist es wie mit allen guten Vorsätzen: Man muss es einfach machen! Aus meiner Sicht klingt es deutlich einfachen, das Smartphone mal zur Seite zu legen als mehr Sport zu treiben oder abzunehmen. Aber wer der Droge "Social Media" verfallen ist, für den ist das wahrscheinlich genauso schwer wie mit dem Rauchen aufzuhören?

Was mich an den Umfrageergebnissen wundert ist, dass dort nicht so etwas auftaucht wie "weniger CO2 freisetzen". Wobei das bei vielen Vorsätzen wie beispielsweise "Vegetarier / Veganer werden" natürlich mit enthalten ist, wenn man den enormen Wasser- und Flächenverbrauch bei der Fleischerzeugung bedenkt. Das CO2-Thema ist meiner Meinung nach so essenziell, dass jeder hier einen Beitrag zum Wohle aller leisten sollte und auch leisten kann, so klein er vielleicht auch sein mag: "Kleinvieh macht auch Mist", sagt man nicht zu Unrecht. Daher kann auch "weniger Zeit in sozialen Medien verbringen" einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten, wenn sich viele daran beteiligen.

Man kann es mit den guten Vorsätzen natürlich auch ganz frei von ideologischen Grundsätzen halten wie der französische Philosoph und Schriftsteller François-Marie Arouet alias Voltaire, der vor über 250 Jahren ein einfaches Rezept parat hatte, nach dem es sich aus seiner damaligen Sicht zu leben lohnte:

Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.
Voltaire (1694-1778)

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» Die guten Vorsätze für 2020 (Umfrage von statista)

Autor: Dr. Torsten Beyer


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