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23.07.2024

29.08.2022

Auf Spurensuche im Sediment

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Sedimente wirken auf Schadstoffe wie ein natürlicher Filter. Schwermetalle, Mikroplastik oder organische Stoffe lagern sich an den Sedimenten der Gewässer an und machen sie zu einem wichtigen Indikator für die Gewässerqualität. Das Umweltbundesamt analysiert Sedimente regelmäßig im Rahmen der Gewässerzustandsüberwachung und vermittelt dieses Know-how auch in Probenahmekursen für Experten. Ab dem nächsten Kurs im Mai 2023 kommen neue Probenahme-Sets aus dem EU-Projekt SIMONA zum Einsatz.

Sediment-Monitoring liefert in den Ländern des Donauraums einen wichtigen Beitrag zur Überwachung der Gewässerqualität. Dieses Monitoring ist in den Anrainerstaaten auf unterschiedliche Weise umgesetzt. Im Projekt SIMONA (Sediment-quality Information, Monitoring and Assessment System) wurden die Grundlagen für aussagekräftige und vergleichbare Messungen und Bewertungen der Sedimentbelastung geschaffen.

Die dabei entwickelten, einheitlichen Probenahme-Sets wurden an die Projektpartner verteilt und können somit künftig in den Partnerländern zum Einsatz kommen. Das Umweltbundesamt erhielt am 22. August eines dieser Sets. Die Experten-Einrichtung wird es unter anderem auch in den Probenahmekursen für chemische Analysen in Gewässern und Sedimenten nutzen.

Probenahmekurs Grundwasser, Oberflächengewässer und Sedimente

Von 23.-25. Mai 2023 werden die Probenahme-Sets aus SIMONA zum ersten Mal in Oberösterreich eingesetzt. Fachleute aus technischen Büros und Labors sowie Mitarbeitern von Behörden und Institutionen, die qualitätsgesichert Proben ziehen sollen, erfahren im Probenahmekurs für Grundwasser, Oberflächengewässer und Sedimente alles über die Vorbereitung der Probenahmen, die Beurteilung von Messstellen, die Probenahme selbst sowie die Behandlung und Konservierung der Proben. Im praktischen Teil wird das erworbene Wissen bei Exkursionen angewendet und gefestigt. Der Kurs wird vom Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) organisiert. Fachliche Unterstützung kommt von den Bundesländern Oberösterreich und Tirol sowie vom Bundesamt für Wasserwirtschaft.

Unter Beobachtung: Schwermetalle und organische Schadstoffe

Die chemische Analyse von Gewässern und Sedimenten ist Teil des Trendmonitorings im Rahmen der Gewässerzustandsüberwachung. Das Umweltbundesamt analysiert dabei die Belastung von Sedimenten mit Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Damit sind die Experten Verunreinigungen der Oberflächengewässer auf der Spur, ergänzend zum Monitoring von Fischen und anderen Organismen. Die aktuellen Messwerte werden den Ergebnissen des Sedimentmonitorings aus den letzten 20 Jahren gegenübergestellt, um allfällige, langfristige Veränderungen in den Sedimenten feststellen zu können.

Im Fokus der Experten des Umweltbundesamts steht in aktuellen Untersuchungen unter anderem die Bestandsaufnahme von Mikroplastikpartikel, da davon ausgegangen wird, dass sich diese auch in Sedimenten besonders stark ablagern. Das Trendmonitoring ergänzt das bundesweit einheitliche Gewässergütemonitoring, das in Österreich seit 30 Jahren die Grundlage für vorsorgenden Gewässer- und Umweltschutz bildet.

» Projektwebsite SIMONA (en)

Quelle: Umweltbundesamt Österreich