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Analytik NEWS
Das Online-Labormagazin
11.04.2026

19.03.2026

Die richtige Temperatur für effiziente Extraktion und Destillation

JULABO GmbH


Rotationsverdampfer sind in Laboratorien wichtige Instrumente zur Abtrennung von Lösungsmitteln und zur Anreicherung wärmeempfindlicher Substanzen. Die Verdampfung erfolgt bei niedrigeren Temperaturen als es bei einem klassischen Destillationsverfahren der Fall ist, dafür unter Vakuum in einem rotierenden Kolben. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine substanzschonende, kontrollierte, energieeffiziente und reproduzierbare Destillation.

Ein zentraler Faktor ist die Temperiertechnik, sie ist entscheidend für eine erfolgreich verlaufende Rotationsverdampfung. Als führender Anbieter hochpräziser Temperierlösungen unterstützt JULABO Anwender die Effizienz und Präzision von Rotationsverdampfern zu maximieren - idealerweise bereits in der Planungsphase, sprich vor der Anschaffung eines Rotationsverdampfers. Mit der passenden Temperierlösung lässt sich der Energieeinsatz optimieren und das Anwendungspotenzial voll ausschöpfen.

Rotationsverdampfer
Abb.1: Rotationsverdampfer A) Rundkolben
B) Wasserbad C) Rotationsmotor D) Wasserkühler
E) Hahn zum Anschluss der Vakuumpumpe
F) Auffangkolben / Auffangbehälter
Moderne Rotationsverdampfer sind hochpräzise thermodynamische Destillationssysteme. Temperatur, Druck und Drehzahl werden elektronisch geregelt und kontinuierlich auf Lösungsmittel, Probenmenge und Viskosität abgestimmt. Im Zusammenspiel optimal aufeinander eingestellt, verläuft die Verdampfung effizient, schonend und reproduzierbar - ein wesentlicher Fortschritt gegenüber konventionellen Destillationsverfahren.

Durch die exakte Einstellung der Verdampfungsbedingungen unter Vakuum lassen sich empfindliche Naturstoffe, pharmazeutische Wirkstoffe und biotechnologische Produkte mit hoher Ausbeute und minimaler thermischer Belastung konzentrieren. Entsprechend haben sich Rotationsverdampfer als unverzichtbare Instrumente in der Forschung, Entwicklung und Routineanalytik etabliert.

Druckabsenkung als Schlüssel zur schonenden Verdampfung

Betrachten wir exemplarisch die Dampfdruckverläufe verschiedener Lösungsmittel: Wasser siedet unter Normaldruck (1013 mbar) bei 100 °C. Wird der Druck auf 72 mbar reduziert (Temperatur des Heizbades des Rotationsverdampfer: 60 °C, Kühler: 20 °C), sinkt der Siedepunkt auf 40 °C. Ethanol siedet unter Normalbedingungen bei etwa 78 °C; unter reduziertem Druck von circa 175 mbar gelingt die Verdampfung ebenfalls bei 40 °C.

Die Absenkung des Siedepunkts erweist sich als zentraler Effekt der Rotationsverdampfung: Die thermische Belastung der Probe wird reduziert, Energie eingespart und die Prozessgeschwindigkeit erhöht. Der kondensierte Dampf verflüssigt sich im Kühler, folgt der Schwerkraft und sammelt sich im Auffangkolben. Ist die Kondensation vollständig, lässt sich das Destillat wiederverwenden.

Rotationsverdampfung, ein komplexer thermodynamischer Prozess

Von außen betrachtet mag die Rotationsverdampfung einfach erscheinen, in Wirklichkeit aber handelt es sich um einen komplexen thermodynamischen Prozess, dessen Verlauf und Qualität maßgeblich von der präzisen Abstimmung aller relevanten Parameter abhängt.

Moderne Anforderungen an Laborprozesse - hohe Energieeffizienz, Prozesssicherheit, Reproduzierbarkeit und Nachhaltigkeit - haben den Anspruch an Technik und Systemintegration deutlich erhöht. Rotation, Druck und Temperatur werden heute kontinuierlich erfasst, synchronisiert und gesteuert, und zwar im laborspezifischen Kontext.

Rotationsverdampfer sind aus dieser Perspektive betrachtet, keine Einzelgeräte, sondern integrierte Systeme innerhalb der Laborumgebung. Der Destillationsprozess stellt sich als ein geschlossener energetische Kreislauf dar: Das Heizbad bringt die erforderliche Energie ein, der Kühler führt sie kontrolliert wieder ab. Nur wenn Heiz- und Kühlleistung exakt aufeinander abgestimmt sind, verläuft die Verdampfung effizient. Eine präzise Temperaturregelung im Zehntelgradbereich ist folgerichtig nicht allein eine wünschenswerte Option, sondern die Voraussetzung für Prozessstabilität, Energieeffizienz und Produktsicherheit.

Heizen und Kühlen - der thermische Kreislauf

Rotationsverdampfer
Abb.2: Kühlung des Rotationsverdampfers
mit einem Umlaufkühler
Rotationsverdampfung ist ein dynamischer, geschlossener Prozess. Wärme- und Kälteströme, Druck und Bewegung stehen in kontinuierlicher Wechselwirkung. Die Leistungsfähigkeit eines Rotationsverdampfers lässt sich aus diesem Grund nicht allein über die Drehbewegung steigern. Maßgeblich ist die präzise Führung der Temperatur innerhalb des Systems.

Das Heizbad - definierter Wärmeeintrag

Der Wärmeeintrag ins System erfolgt über das Heizbad durch konvektive Wärmeübertragung. Als Temperiermedium dient in den meisten Fällen Wasser. Verlangt die Anwendung höhere Temperaturen, kommen Silikonöle zum Einsatz. Unabhängig vom Medium bestimmt die Stabilität der Temperaturregelung maßgeblich die Prozessqualität. Bereits geringe Abweichungen können den thermischen Gleichgewichtszustand stören und die Verdampfung destabilisieren.

Der Dampf - Transportmedium der Energie

Die für den Transfer der Lösung von der flüssigen in die Gasphase benötigte Energie (Verdampfungsenthalpie) wird im Dampf gespeichert und im Zuge der Kondensation aus dem System abgeführt. Ein stabiles Vakuum stellt sicher, dass der Energie- und Stofftransport gleichmäßig in Richtung Kondensator erfolgt.

Der Kühler - kontrollierte Energieabfuhr

Im Kondensator wird die im Dampf gespeicherte Wärmeenergie an ein Kühlmedium abgegeben und das Lösungsmittel verflüssigt. Die Effizienz dieses Phasenübergangs hängt wesentlich von der Temperaturdifferenz zwischen Dampf und Kühlmedium ab. Nur wenn sie im optimalen Bereich liegt, verläuft die Kondensation vollständig und energieeffizient.

Der geschlossene Regelkreis - Voraussetzung für Effizienz und Stabilität

Heizbad und Kühler bilden die beiden thermischen Pole des in sich geschlossenen Regelkreislaufs des Rotationsverdampfers. Temperatur, Druck und Durchfluss sind kontinuierlich zu erfassen und aufeinander abzustimmen, sollen sich Energieeintrag und Energieabfuhr die Waage halten. Während das Heizbad die Verdampfung initiiert, entscheidet die Leistungsfähigkeit der Kühlung darüber, ob der Prozess stabil, reproduzierbar und nachhaltig abläuft. Damit rückt das Kühlsystem auf eine Schlüsselposition: Es ist nicht nur passiver Empfänger überschüssiger Wärme, sondern aktiver Regelpartner im thermischen Kreislauf der Rotationsverdampfung.

Rotationsverdampfer mit Umlaufkühler
Abb.3: Umlaufkühler schaffen reproduzierbare Prozessbedingungen
und reduzieren gleichzeitig Wasser- und Energieverbrauch
Der Umlaufkühler - präzise, effizient und nachhaltig

Die früher verbreitete Kühlung mit Leitungswasser gilt inzwischen als überholt. Schwankende Wassertemperaturen, fehlende Regelbarkeit und ein hoher Ressourcenverbrauch führen zu instabilen Prozessen und widersprechen modernen Anforderungen an Effizienz und Nachhaltigkeit. Ein Grund, warum Umlaufkühler heute in der Rotationsverdampfung Stand der Technik sind.

Als zentrale Komponente moderner Rotationsverdampfer-Systeme übernimmt der Umlaufkühler die präzise Temperierung des Kondensators und stabilisiert damit den gesamten thermischen Kreislauf.

Er arbeitet aktiv in einem geschlossenen System, regelt die Temperatur elektronisch und stellt eine konstante Kühlleistung sicher - auch bei wechselnden Umgebungstemperaturen oder variierender Dampflast. Auf diese Weise werden reproduzierbare Prozessbedingungen geschaffen und gleichzeitig Wasser- und Energieverbrauch reduziert.

Der Kältekreislauf eines Umlaufkühlers basiert auf dem Prinzip einer Kältemaschine, die Wärme von einem Prozessmedium (Wasser, Wasser-Glykol-Gemisch oder Öl) aufnimmt und nach außen abgibt. Es handelt sich um ein geschlossenes System, das eine konstante Temperatur des zu kühlenden externen Geräts (z.B. Laborgeräte oder Laser) ermöglicht. Das gekühlte Medium wird durch den Kondensator des Rotationsverdampfers gepumpt, nimmt dort die beim Phasenübergang freiwerdende Energie auf und wird anschließend in den Kühler zurückgeführt. Der Kreislauf arbeitet selbstregelnd und unabhängig von externen Versorgungsbedingungen.

Die hohe Regelgenauigkeit moderner Umlaufkühler gewährleistet eine vollständige und gleichmäßige Kondensation der Lösungsmitteldämpfe. Auf diese Weise werden empfindliche Substanzen geschützt, Dampfverluste verhindert, die Vakuumpumpe entlastet und die Prozesssicherheit gewährleistet. Die Leistungsfähigkeit eines Rotationsverdampfers lässt sich nur dann sicherstellen, wenn Kühlleistung und Pumpencharakteristik des Umlaufkühlers auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sind.

Damit rückt die Auswahl des geeigneten Umlaufkühlers in den Fokus. Entscheidend sind dabei nicht allein der wählbare Temperaturbereich und die potenzielle Kälteleistung, sondern auch Regelgeschwindigkeit, Förderdruck, Durchflussmenge und energetischer Wirkungsgrad. Wie sich diese Anforderungen in praxistaugliche Systemlösungen übersetzen lassen und welche Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen, wird im folgenden Abschnitt anhand konkreter Gerätekonzepte erläutert.

VALEGRO Umlaufkühler
Tab.1: Gerätekonzepte

VALEGRO Umlaufkühler - nachhaltige Präzision für jede Anwendung

Gerätekonzepte
Abb.4: VALEGRO Umlaufkühler verbinden moderne Technik
mit besonders praxisorientierter Handhabung
Umlaufkühler von JULABO sind leistungsstarke Lösungen für vielfältige Kühlaufgaben in Labor und Industrie. Die VALEGRO-Serie steht für moderne, kompakte und ressourcenschonende Umlaufkühler mit natürlichen Kältemitteln. Sie wurde gezielt für Anwendungen entwickelt, die hohe Temperaturgenauigkeit, Energieeffizienz und Bedienkomfort erfordern, und zwar in allen Einsatzbereichen - von der Forschung über das Labor bis hin zur industriellen Produktion.

Drehzahlgeregelte Verdichter und Lüfter ermöglichen bei Geräten ab 800 Watt Kälteleistung einen energieeffizienten, klimaschonenden Betrieb bei gleichzeitig konstanter Kühlleistung. Das reduziert den Energiebedarf deutlich um bis zu 75 %, senkt die Betriebskosten und unterstützt einen nachhaltigen Einsatz im Laboralltag.

Auch in der täglichen Anwendung überzeugen die Geräte durch praxisorientierte Details: ein geneigtes OLED-Display etwa, eine beleuchtete Füllstandsanzeige, ein leicht zugängliches, wartungsfreundliches Lüftungsgitter. Digitale Schnittstellen (RS232, USB-C, optional Ethernet) ermöglichen die Integration des Systems in eine automatisierte Laborumgebung sowie eine GLP-/GMP-konforme Prozessdokumentation.

Welche Gerätegröße für eine Anwendung geeignet ist, richtet sich in erster Linie nach dem erforderlichen Kühlbedarf. Für Standardanwendungen mit moderaten Volumina stehen Modelle der VALEGRO Reihen mit einer Kälteleistung von 0,35 kW bis 1 kW und einem Arbeitstemperaturbereich von -20 °C bis +40 °C zur Verfügung. Aufwendigere Anwendungen decken VALEGRO Ausführungen mit zusätzlicher Heizfunktion und einem erweiterten Arbeitstemperaturbereich von -20 °C bis +85 °C ab.

VALEGRO Umlaufkühler im Labor
Abb.5: Eine passende Lösung mit ausgewogenem Verhältnis
von Kühlleistung, Energie- und Platzbedarf -
die neuen Umlaufkühler von JULABO.
Für größere und komplexere Aufgaben, etwa bei großvolumigen Verdampfern oder längeren Leitungssystemen, sind VALEGRO Modelle mit präzise regelbarem, erhöhtem Pumpendruck bis 3,5 bar ideal. Maximal flexibel einsetzbar sind VALEGRO Varianten der erweiterten Ausbaustufe. Sie erfüllen dank zusätzlicher Heizfunktion und stärkerer, druckgeregelter Pumpe selbst anspruchsvollste Anforderungen.

Das Produktportfolio von JULABO umfasst für jede Anwendung - vom präzisen Laborversuch bis zur kontinuierlichen Temperierung im Produktionsumfeld - eine passende Lösung mit ausgewogenem Verhältnis von Kühlleistung, Energiebedarf und Platzbedarf. JULABO unterstützt Anwenderinnen und Anwender dabei mit fachkundiger Beratung und modularen Upgrade-Optionen, um passgenaue und langfristig nachhaltige Kühllösungen zu realisieren.


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