27.02.2020

Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Aktuelle Bewertung von Dämpfen und Aerosolen bei der Heißverarbeitung von Bitumen

Prof. Thomas Brüning, Dr. Heiko U. Käfferlein, Peter Welge, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum



Welches krebserzeugende Potenzial haben verschiedene Bitumensorten? Ab welchen Konzentrationen von Bitumen-Dämpfen und -Aerosolen in der Luft sind Effekte auf die Atemwege von exponierten Beschäftigten zu befürchten? Mit diesen Fragen hat sich die MAK-Kommission in einer Neubewertung von Bitumen beschäftigt, weil seit der letzten Bewertung 2001 neue wissenschaftliche Erkenntnisse publiziert wurden.

Wissenschaftler des IPA und des IFA haben ihre Expertise - unter anderem aus der Humanstudie Bitumen - bei der Erstellung des Begründungspapiers eingebracht. Aktuell prüft der Ausschuss für Gefahrstoffe, wie mit der Bewertung der MAK-Kommission in Bezug auf das staatliche Regelwerk umgegangen werden soll.

Was ist Bitumen?

Bitumen entsteht bei der Raffination von Erdöl durch Destillation. Weitere Verarbeitungsschritte können sich anschließen. Bitumen fungiert bei der Herstellung von Asphalt als Bindemittel für die Gesteinskörnungen und wird im Bereich Dachabdichtung, unter anderem bei der Herstellung von Dach- und Dichtungsbahnen, eingesetzt. Neben diesen beiden großen Anwendungsfeldern gibt es zahlreiche andere Einsatzmöglichkeiten.

Festes Bitumen ist weitgehend wasserunlöslich, sodass es sogar im Wasserbau, zum Beispiel in Talsperren verwendet wird. Bei der Heißverarbeitung von Bitumen entstehen jedoch Dämpfe und Aerosole, denen Beschäftigte ausgesetzt sein können. Gesundheitliche Effekte, die bei der Exposition gegenüber den Emissionen aus Bitumen bei der Heißverarbeitung diskutiert werden, sind irritative Beeinträchtigungen der Atem-wege und ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs.

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