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28.11.2021

23.09.2021

Klimastreik: Die Jugend von heute - weltweit bewegend

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Klimastreik
Bild: pixabay [CCO]
Gemeckert wurde über die "Jugend von heute" ja schon immer. Bereits der griechische Philosoph Aristoteles soll vor mehr als 2.000 Jahren gesagt haben: "Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."

Die derzeitige "Jugend von heute" - auch als "Generation Z" bezeichnet - wird oft mit den Attributen flatterhaft, bindungsunfähig und ichbezogen belegt. Das Bild vom "Smombi", der in erster Linie sein Privatvergnügen im Kopf hat und Arbeit als lästiges Übel zur Finanzierung der Freizeit und Karriere als spießerhaft begreift, wird gerne bemüht. Begründet wird dieses Verhalten damit, dass diese Generation bis vor kurzem von durchgreifenden, weltbewegenden Ereignissen verschont blieb und diese nur aus dem Internet kennt.

Eine wachsende Anzahl Jugendlicher widersetzt sich allen Vorurteilen: Nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg, die als 15jährige mit ihrer packenden Rede auf der Klimakonferenz im Dezember 2018 in Polen, führende Wissenschaftler und Politiker sehr deutlich auf ihre Verantwortung für die Zukunft und damit einhergehend auch für das Klima hinwies, gehen sie freitags auf die Straße statt in die Schule. Dort demonstrieren sie für das Umdenken der Entscheider in Politik und Wirtschaft.

Von vielen wurde kritisiert, dass die Demonstrationen während der Schulzeit stattfinden und bestimmt nur als angenehme Alternative zu Mathe und Englisch betrachtet würden. Aber die Tatsache, dass auch in der Ferienzeit und am Zeugnisausgabe-Freitag nach der Schulzeit demonstriert und die Aktivitäten erst von den Einschränkungen durch die COVID-19 Pandemie gebremst wurden, straft diese Kritiker Lügen.

Globaler Klimastreik am 24. September 2021

Seit Gretas Rede Ende 2018 ist viel passiert, das auch von Kindern und Jugendlichen nicht unbemerkt blieb. Nicht nur die COVID-19 Pandemie hat unser aller Leben stark eingeschränkt und teilweise nachhaltig verändert. Waren die Dürresommer der Jahre 2018 bis 2020 für viele noch äußert angenehm, weil mit gutem Wetter und Sonnenschein verbunden, haben die Flutkatastrophen im Sommer 2021 uns drastisch und hautnah vor Augen geführt, was der Klimawandel auch für unsere Breitengrade bedeutet.

Wissenschaftler prognostizieren nichts Gutes. Höhere Wahrscheinlichkeit für weitere Zoonosen, die zu Pandemien auswachsen können, da die Menschen immer weiter in die Habitate von Wildtieren vordringen und die Natur zerstören. Mehr Dürren und Gefahr von Starkregenereignissen auch in Europa, aufgrund der Abschwächung des Jetstreams, die durch die geringeren Temperaturunterschiede zwischen Arktis und Äquator verursacht ist. Und was passiert, wenn sich der Golfstrom weiter verlangsamt, ist noch gar nicht abzusehen.

Da die "Jugend von heute" in der Regel noch deutlich länger auf unserem Planeten verweilen wird als die im Durchschnitt 35 Jahre älteren Entscheider aus Politik und Wirtschaft, werden sie auch erheblich schlimmer an allen möglichen Folgen zu leiden haben. Daher finde ich es großartig, dass unsere Kinder für ihre Zukunft auf die Straße gehen! Vielleicht gab es nach Ende des Kalten Krieges, dem Atomausstieg oder der deutschen Wiedervereinigung erstmal keinen "globalen" Grund großflächig zu demonstrieren. Aber unpolitische, unkritische Konsumierer sind die Jugendlichen von heute eben doch nicht.

Jede Generation braucht eine neue Revolution.
Thomas Jefferson (1743-1826)
wird der 3. Präsident der Vereinigten Staaten, Thomas Jefferson, zitiert. Die "Generation Z" hat sich den Kampf gegen den Klimawandel und für mehr globale Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben. Rückenwind erhält sie derzeit nicht nur von Klimaforschern und anderen Naturwissenschaftlern, sondern auch von denjenigen, die sich einen Platz in der zukünftigen Bundesregierung wünschen. Das ist gut so. Bleibt aber zu hoffen, dass der Rückenwind auch nach der Bundestagswahl bestehen bleibt und die berechtigten Zukunftsängste der Jugendlichen nicht wieder der Gewinnmaximierung der Großkonzerne untergeordnet werden.

Klar: Deutschland alleine kann den Klimawandel nicht aufhalten. Aber bereits der Globale Klimastreik im Jahr 2019 hat gezeigt, dass wir nicht alleine sind, sondern immer mehr Menschen weltweit begriffen haben, dass jetzt gehandelt werden muss. Und bereits dann, wenn jeder für sich selbst persönliche Maßnahmen trifft, die Umwelt zu schützen und einen möglichst kleinen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen, ist schon viel getan und ein guter Anfang gemacht.

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Autor: Anke Fähnrich

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anonym24.09.2021 um 09:14:59

Herzlichen Dank für diesen Beitrag.
Ich gehe heute mit meinen Kindern und Enkeln zum Demonstrieren!