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Das Online-Labormagazin
01.12.2021

18.03.2021

Keine Angst vorm Bewerben!

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Ich erlebe es immer wieder auf Messen oder bei Anfragen von Lesern, dass die in Stellenanzeigen formulierten hohen Anforderungen potenzielle Bewerber abschrecken, weil eben nicht jeder - überspitzt formuliert - der 25-jährige Überflieger mit Promotion und 3 Jahren Auslandsaufenthalt sein kann.

Ich sage dann immer, dass man das Anforderungsprofil in der Jobbeschreibung als Idealvorstellung ansehen soll, das nur selten vollumfänglich vom demjenigen erfüllt wird, der letztendlich den Zugschlag erhält. Und sollte sich tatsächlich der ideale Kandidat bewerben, kann er immer noch im Vorstellungsgespräch durchfallen, weil er die nötigen Soft Skills vermissen lässt oder sein Auftreten befürchten lässt, dass er den Job seiner Vorgesetzten oder sogar den ganzen Laden in einem Jahr übernehmen will. Ich ermuntere daher immer jeden sich zu bewerben, der denkt, dass er für die Stelle geeignet sei, und das im Anschreiben glaubhaft zu begründen.

Bewerber
Bewerbungsverfahren (Pixabay [CCO])

Ein ähnliches Problem ergibt sich bei der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, was in Corona-Zeiten ja auch oft digital stattfindet. Das ist eher ein Vorteil für Bewerber, da gegebenenfalls eine weitere Anreise samt Übernachtung mit schlechtem Schlaf entfällt und man das Gespräch in seiner gewohnten Umgebung führen kann. Andererseits ist das natürlich auch ein Nachteil, weil man sich so keinen persönlichen Eindruck über das Unternehmen verschaffen kann, in dem man zukünftig möglicherweise mehr Zeit als mit seiner Familie verbringen wird, sollte man den Job bekommen.

Ich würde darauf dringen, vor einer Zusage das persönliche Gespräch in jedem Fall nachzuholen, wobei das der potenzielle Arbeitgeber wahrscheinlich auch präferiert. Denn eine Begegnung von Angesicht zu Angesicht gibt einem nochmal einen anderen Eindruck vom Gegenüber als ein Video-Anruf.

Ich kenne Vorstellungsgespräche aus beiden Perspektiven: als Bewerber und als Arbeitgeber. Als Bewerber bin ich selbst grandios untergegangen oder habe von mir (selbst) aus auf einen Job verzichtet, weil ich merkte, dass die "Chemie" nicht stimmt. Genauso habe ich auch Herausforderungen angenommen, weil ich dachte, in dem Unternehmen etwas bewegen zu können.

Bei Kandidaten, die sich bei uns bewerben, habe ich schon einiges erlebt: Von totaler Nervosität, mangelndem Zutrauen in die eigenen Stärken, schlechter Vorbereitung, offensichtlichen Unwahrheiten bis hin zu grenzenloser Selbstüberschätzung. Oder, dass jemand ganz einfach nicht ins bestehende Team passen würde.

Es ist für beide Seiten wirklich schwer, in einem kurzen Gespräch herauszufinden, ob man zusammenpasst oder nicht. Manchmal stellt sich das auch erst nach ein paar Wochen oder Monaten heraus, aber spätestens dann. Wenn ich Bewerbern einen Rat geben sollte, wie sie es angehen sollten, würde ich es mit dem US-amerikanischen Autor, Unternehmer und Podcaster Tim Ferris halten, der den folgenden Ratschlag formuliert hat:

Du bist dir unsicher? Die anderen sind es auch! Überschätze niemals den Wettbewerb und unterschätze nie dich selbst.
Timothy Ferriss (*1977)

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Autor: Dr. Torsten Beyer

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