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03.10.2022

08.09.2022

Bildung ist ein Menschrecht!

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Schülerinnen in Afghanistan
Schülerinnen in Afghanistan (Pixabay [CCO])
Der 8. September ist Weltalphabetisierungstag, oder auch Weltbildungstag. Dieser Tag wurde von der UNESCO im Jahr 1965 in Teheran ins Leben gerufen und erinnert an die globale Problematik des Analphabetismus, mit dem Ziel, dessen gesellschaftliche Relevanz in den Vordergrund zu rücken.

Laut den Angaben der UNESCO gelten 781 Millionen Menschen weltweit als Analphabeten. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Armut ist immer noch das größte Bildungshemmnis, aber auch Geschlechterdiskriminierung, mangelhafte Bildungspolitik und gesellschaftliche Widerstände spielen entscheidende Rollen.

Analphabetismus betrifft aber auch Länder mit einem hohen Einkommen, wie beispielsweise. Deutschland. Einer Studie der Universität Hamburg zufolge sind rund 7,5 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren "funktionale Analphabeten". Das heißt, dass diese Menschen so schlecht lesen und schreiben, dass sie im Alltag auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Laut der UNESCO verteilen sich ca. 500 Millionen aller vom Analphabetismus betroffenen Menschen auf nur 10 Länder. Indien führt die Liste mit 256 Millionen Analphabeten, gefolgt von Pakistan mit 52,2 Millionen, Bangladesch mit 43,8 Millionen, China mit 41,6 Millionen an. Auf Platz 10 steht mein Geburtsland Afghanistan mit 10,9 Millionen Analphabeten. Viele dieser Länder sind von großer Armut betroffen, es besteht keine Schulpflicht, da Kinder in vielen Fällen überhaupt nicht die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen. 115 Millionen Kinder weltweit bekommen noch immer keine Schulbildung.

In den Entwicklungsländern werden noch immer viel zu wenige Schulen gebaut, da die finanziellen Mittel für andere Zwecke genutzt werden. Staatliche Fördermittel fehlen ganz und gar. Wenn es Schulen gibt, leben die Kinder entweder viel zu weit weg oder die Familien können das Geld für einen Schulbesuch nicht aufbringen. Oftmals müssen Kinder ihre Familien bei der Arbeit unterstützen, da der Verdienst der Eltern nicht ausreicht. Besonders stark benachteiligt sind Frauen und Mädchen. Aufgrund ihrer untergeordneten Rolle in der Gesellschaft wird es nicht als ihre Aufgabe angesehen, sich zu bilden und einen Beruf auszuüben. Fast zwei Drittel der Analphabeten sind Frauen. Den Angaben der UNESCO zur Folge werden fast 16 Millionen Mädchen im Alter zwischen 6 und 11 Jahren nie die Chance haben, eine Schule zu besuchen. Bei den Jungen sind es halb so viele. In Subsahara-Afrika kann jede zweite Frau weder lesen noch schreiben.

Gleiche Bildungschancen sind nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Der Weltalphabetisierungstag erinnert jedes Jahr daran, dass Bildung unerlässlich ist, denn sie ist das wichtigste Werkzeug für ein eigenständiges Leben. Das erinnert mich an ein Zitat von Nelson Mandela, der sagte:

Bildung ist die mächtigste Waffe, die Du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.
Nelson Mandela (1918-2013)

Daher ist der Zugang zu Bildung für alle weltweit das vierte der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde, nicht zuletzt, weil der Zugang zu Bildung maßgeblich für die gesellschaftliche Integration verantwortlich ist und zur Armutsprävention beiträgt.

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Autor: Zahra Halim


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