28.06.2019

Auszeichnung für Forschung zu ionischen Flüssigkeiten



"Das war schon ein außergewöhnliches Erlebnis", sagt die Rostocker Physikochemikerin Viviane Overbeck. Die 27-jährige hat für ihre Forschungsarbeit im Rahmen ihrer Promotionsarbeit, die sie auf einer internationalen Konferenz in Peking vorstellte, einen Preis erhalten.

"Der Fokus meiner Arbeit liegt auf dynamischen Untersuchungen von Ionen in geschmolzenen Salzen, den so genannten ionischen Flüssigkeiten", sagt die in Celle geborene Chemikerin, die ihr Studium in der Hansestadt absolvierte.

Um Informationen über die Bewegungen von Ionen zu erhalten, wendet Viviane Overbeck die Methode der frequenzabhängigen Kernspinresonanz an, die maßgeblich von ihr im Arbeitskreis mit etabliert wurde.

Das Forschungsgebiet der ionischen Flüssigkeiten ist hochaktuell, da diese Flüssigkeiten durch ihre steuerbaren Eigenschaften interessante Alternativen zu herkömmlichen Lösungsmitteln für die Industrie darstellen.

Das Institut für Chemie der Universität Rostock setzt einen Schwerpunkt auf diese außergewöhnlichen Flüssigkeiten und führt damit eine lange Tradition fort, denn die erste ionische Flüssigkeit wurde von dem Rostocker Chemiedozenten Paul Walden im Jahre 1914 entdeckt, der an der Universität Rostock zwischen 1919 und 1934 lehrte. Noch heute gilt das damals entdeckte Ethylammonium Nitrat als Prototyp der ionischen Flüssigkeiten.

Im Rahmen des Forschungsgebiets der ionischen Flüssigkeiten setzen Professor Ralf Ludwig und seine Arbeitsgruppe neben der Kernspinresonanz auch weitere Methoden wie Infrarotspektroskopie und Molekulardynamische Simulation ein. "Durch das Zusammenspiel von verschiedenen experimentellen Methoden sowie theoretischen Berechungen ist es für uns möglich, die Flüssigkeiten umfassend zu beschreiben." sagt Professor Ralf Ludwig und freut sich über die positive Resonanz aus Peking.

Neben den dynamischen Eigenschaften gelang es der Arbeitsgruppe so auch Aussagen über die Struktur von ionischen Flüssigkeiten zu treffen. Weiterhin konnten sie allgemeine Gesetzmäßigkeiten für die Löslichkeit von kleinen Gasmolekülen wie Kohlendioxid, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff in diesen Flüssigkeiten herleiten.

Förderung für diese Arbeit erhält die Arbeitsgruppe von Professor Ralf Ludwig aus der Physikalischen und Theoretischen Chemie der Universität Rostock von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Bei der Reise um den halben Globus ging es um die Vertretung der Rostocker Farben, aber auch um die internationale Sichtbarkeit der Forschungsprogramme und eingesetzten Methoden zu diesem Thema.

Quelle: Universität Rostock




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