19.06.2019


Thema: Re: Methodenvalidierung

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Autor(in): Herr Dr. Stefan Schömer am 25.01.2019 um 09:02:25

Antwort auf: Methodenvalidierung eingetragen von anonym am 22.01.2019 um 00:49:58

Die Antwort zur Genauigkeit sollten Sie in die Teile a) Präzision und b) Richtigkeit aufgliedern.

zu a) Präzision: in Ihrem Fall der Kalibriergeraden liefert die Verfahrensstandardabweichung s_yx/Steigung die erste Orientierung. Ihre 3. Kalibriergerade zeigt vermutlich eine geringere Präzision als die beiden ersten Kalibrierungen.

zu b) "richtige" Werte - also die Signale der Kalibrierproben - sind innerhalb der Vertrauensbereiche der Kalibrierfunktion (d.h. es gibt keinen Hinweis auf Regressionsausreißer). Dann können Sie auf Grundlage der jeweiligen Kalibrierfunktion Gehalte richtig bestimmen, wenn Ihr Arbeitsbereich mindestens ±3fache Verfahrensstandardabweichungen umfasst.

Zusatz: In der Praxis wird - als zusätzlicher Nachweis - meist noch die Wiederfindungsfunktion bestimmt, d.h. es werden nochmals Proben an der Kalibrierfunktion quantifiziert (im Prinzip analog den Kalibrierproben, aber unabhängig von diesen, separat hergestellt). Die Wiederfindungsfunktion darf dann von der Winkelhalbierenden und vom Achsenabschnitt "0" nicht signifikant verschieden sein. Eigentlich ist die Wiederfindung aber nicht notwendig (zum Nachlesen vgl. Kap. "Gütekennwerte der Kalibration und Messunsicherheit" in HPLC richtig optimiert: Ein Handbuch für Praktiker, Hrsg. St. Kromidas, ISBN ISBN 3-527-31470-9)

Mittel- und langfristig ist die Richtigkeit natürlich über Kontollproben bzw, über Ringversuche nachzuweisen (-> Rückführbarkeit der Methode).

Ich hoffe, Sie können die Anhaltspunkte nutzen.

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